

Armierungsschicht mit Gewebeeinbettung
Die unsichtbare Schicht, die über Risse entscheidet
Eine gedämmte Wand arbeitet. Bei praller Sonne dehnt sich die Oberfläche, nachts zieht sie sich wieder zusammen, und an jeder Ecke einer Fensteröffnung treffen diese Bewegungen in einem ungünstigen Winkel aufeinander. Ohne eine durchgehende Bewehrung sucht sich diese Spannung den kürzesten Weg, und der endet in einem Riss. Die Armierungsschicht verteilt die Kräfte über die Fläche, sodass sie nirgends einen kritischen Punkt erreichen. Sie schützt die weiche Dämmung zugleich vor Stößen und gibt dem späteren Putz einen festen, ebenen Träger.
Woraus die Armierungsschicht besteht und was sie kann
Das Glasfasergewebe und seine Aufgabe
Kern der Schicht ist ein alkalibeständiges, reißfestes Glasfasergewebe, das in den Armierungsmörtel eingebettet wird. Es wirkt im Putz wie die Bewehrung im Beton: Es nimmt Zugkräfte auf, die der Mörtel allein nicht tragen würde. Wichtig ist, dass Gewebe und Mörtel zum verbauten System gehören. Ein beliebiges Gewebe mit einem fremden Mörtel arbeitet nicht zuverlässig zusammen, und das zeigt sich oft erst nach Monaten an feinen Rissen oder Abplatzungen.
Eingebettet statt aufgelegt
Damit das Gewebe wirkt, muss es vollständig im Mörtel liegen, nicht auf der Dämmung und nicht obenauf. Wir zahnen den Armierungsmörtel auf die Plattenfläche, drücken das Gewebe faltenfrei ein und ziehen es so weit nach außen, dass es im oberen Drittel der frischen Schicht sitzt. Die einzelnen Bahnen überlappen mindestens zehn Zentimeter, denn an einer stumpf gestoßenen Naht entsteht sonst eine Sollbruchstelle. Zum Schluss überdecken wir das Gewebe mit einer zweiten dünnen Lage, sodass nirgends Fasern durchscheinen. Insgesamt bleibt die Schicht dünn, meist rund drei bis fünf Millimeter.
Diagonalarmierung an Ecken und Öffnungen
Die kritischen Stellen sind die Ecken von Fenstern, Türen und Nischen. Dort setzen wir vor der Flächenarmierung zusätzliche Gewebestücke schräg ein, die sogenannte Diagonalarmierung, weil genau in dieser Richtung die Risse entstehen würden. An den Gebäudekanten arbeiten wir mit Eckschutzschienen, im stark beanspruchten Sockel mit einem festeren Panzergewebe, und über vorstehenden Anschlüssen mit Tropfkantenprofilen, damit das Wasser sauber abläuft. Wo das Gewebe für Gerüstanker durchtrennt werden musste, schließen wir die Stelle nachträglich mit einem zusätzlichen Streifen.
Vom geglätteten Dämmstoff bis zur Grundierung
Bevor Mörtel an die Wand kommt, muss die Dämmfläche stimmen. Versätze zwischen den Platten schleifen wir plan, den Schleifstaub nehmen wir ab, und kleine Fugen schließen wir mit Dämmstoff statt mit Mörtel. Erst dann folgen die Detailarmierungen an Ecken und Öffnungen, anschließend die Fläche. Wir arbeiten zügig und in sich nass in nass, damit eine geschlossene, gleichmäßige Schicht entsteht und keine Ansätze sichtbar bleiben. Danach braucht die Armierung Zeit zum Durchtrocknen, abhängig von Witterung und Material, und wir führen die Arbeit nicht bei Frost oder in der prallen Mittagssonne aus. Ist die Schicht durchgehärtet und eben, kommt die Grundierung als Brücke zum Oberputz. Weil dasselbe Team zuvor die Platten gesetzt hat, ist die Fläche richtig vorbereitet und die Übergänge zwischen den Arbeitsschritten greifen ohne Wartezeit ineinander.
Systemgebunden und normgerecht ausgeführt
Die Regeln für die Armierung stehen in der DIN 55699 und in der Zulassung des jeweiligen Wärmedämmverbundsystems. Diese Zulassung gilt nur, wenn Dämmplatte, Armierungsmörtel und Gewebe als geprüfte Einheit eines Herstellers verbaut werden. Mischt man Komponenten aus verschiedenen Quellen, erlischt nicht nur die Gewährleistung, auch das Zusammenspiel der Schichten ist nicht mehr abgesichert. Wir verarbeiten deshalb ausschließlich das systemzugehörige Gewebe und den passenden Mörtel und richten Schichtdicke, Überlappung und Detailausbildung an den Vorgaben des Herstellers aus. So bleibt aus der unsichtbaren Schicht eine, an die später niemand mehr denken muss.
Termin für Ihre Fassadendämmung
Wenn an Ihrer Fassade gedämmt wird, sorgen wir dafür, dass die Armierung das hält, was die Dämmung verspricht, von der ersten Diagonalbewehrung bis zur fertig geglätteten Fläche. Für Häuser in Oberasbach ebenso wie in Cadolzburg, Langenzenn, Zirndorf, Stein, Fürth oder Erlangen.
Telefon: 0911 65 65 82 78
E-Mail: info@weigand-bau.com

Häufige Fragen zur Armierungsschicht in Oberasbach
Wozu braucht ein WDVS überhaupt eine Armierungsschicht?
Sie verteilt die Spannungen aus Temperaturwechseln über die ganze Fläche und verhindert so Risse. Gleichzeitig schützt sie die weiche Dämmung vor Stößen und bildet den festen Untergrund für den Oberputz. Ohne sie hält kein Putzaufbau dauerhaft.
Warum reißt eine gedämmte Fassade an den Fensterecken?
Weil dort die Bewegungen der Fläche in einem ungünstigen Winkel zusammenlaufen. Fehlt an diesen Ecken die schräg eingelegte Diagonalarmierung, läuft der Riss von der Öffnung weg. Mit der zusätzlichen Bewehrung wird genau das verhindert.
Wie dick ist die Armierungsschicht?
Sie ist mit rund drei bis fünf Millimetern bewusst dünn gehalten. Das Gewebe liegt dabei vollständig eingebettet im oberen Drittel der Schicht und wird mit einer feinen Mörtellage überdeckt, sodass keine Fasern sichtbar bleiben.
Kann man dafür jedes Gewebe verwenden?
Nein. Nur das alkalibeständige Glasfasergewebe, das zum verbauten System gehört, arbeitet sicher mit dem zugehörigen Mörtel zusammen. Fremde Kombinationen kosten die Zulassung und zeigen sich später häufig an Rissen.
