

Dachfanggerüste und Absturzsicherungen
Warum die Rangfolge der Schutzmaßnahmen über alles entscheidet
Die Betriebssicherheitsverordnung und die TRBS 2121 geben eine feste Reihenfolge vor, in der gegen Absturz gesichert werden muss. An erster Stelle stehen Absturzsicherungen wie Geländer und Seitenschutz, die einen Sturz von vornherein verhindern. Lässt sich das aus baulichen Gründen oder wegen der Arbeit selbst nicht umsetzen, folgen kollektive Auffangeinrichtungen, und genau hier steht das Dachfanggerüst. Es schützt jeden auf dem Dach gleichermaßen, ohne dass jemand daran denken muss, sich anzuschließen. Erst wenn auch das nicht möglich ist, kommt persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz ins Spiel. Diese Reihenfolge ist kein Vorschlag, sondern Pflicht. Wer sie umdreht und einen Dachdecker nur mit Gurt aufs steile Dach schickt, obwohl ein Fanggerüst möglich wäre, handelt nicht normgerecht.
Dachfanggerüste für sichere Arbeiten am geneigten Dach
Am Steildach ist das Dachfanggerüst die kollektive Lösung, die der Gesetzgeber bevorzugt. Wir planen es so, dass die Auffangebene wirklich auffängt und nicht nur formal vorhanden ist.
Wann das Dachfanggerüst die richtige Wahl ist
Sobald ein Dach zwischen rund 22,5 und 60 Grad geneigt ist und die Traufe mehr als drei Meter über dem Boden liegt, schreibt die Vorschrift bei fehlendem Seitenschutz ein Dachfanggerüst vor. Das betrifft den Großteil der Sattel- und Walmdächer im Wohnbau der Region. Bei einer Dacheindeckung an einem Einfamilienhaus in Stein ist es deshalb selten eine Frage des Ob, sondern nur des Wie.
Schutzwand, Fanglage und Überstand
Die Fanglage eines Dachfanggerüstes darf höchstens 1,50 Meter unter der Traufkante liegen und muss mindestens 60 Zentimeter breit sein, bei einem Wandabstand von höchstens 30 Zentimetern. Der gewöhnliche Seitenschutz wird dabei zur Schutzwand aus Netz oder Drahtgeflecht erweitert, die mindestens einen Meter hoch ist und die Traufkante so weit überragt, dass eine abrutschende Person sicher zurückgehalten wird. Seitlich führen wir das Gerüst über den Arbeitsbereich hinaus, damit an den Rändern keine Lücke entsteht.
Seitenschutz als erste Absturzsicherung
Wo eine Arbeitsebene am Gerüst genutzt wird, sichern wir sie zuerst mit dem dreiteiligen Seitenschutz aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett. Ab zwei Metern Absturzhöhe ist das Pflicht, und es ist die Maßnahme, die nach der Rangfolge ganz oben steht. Das Bordbrett hält zugleich Werkzeug und Material davon ab, über die Kante zu fallen.
Absturzsicherung bei Photovoltaik und Dachsanierung
Die Zahl der Solaranlagen wächst, und mit jeder Montage steigt die Zeit, die jemand am und auf dem Dach verbringt. Module, Schienen und Wechselrichter wollen nach oben getragen und dort verarbeitet werden, oft über Tage. Ein Dachfanggerüst gibt diesen Arbeiten von Anfang an einen sicheren Rahmen und nimmt gleichzeitig herabfallende Teile auf, sodass auch der Bereich unter der Baustelle geschützt ist. Bei einer Sanierung kommt häufig hinzu, dass an der Fassade ohnehin ein Gerüst steht. Wir erweitern es dann an der Traufe zum Dachfanggerüst, statt zwei getrennte Konstruktionen zu stellen. Schwieriger wird es bei zerklüfteten Dächern mit vielen Gauben, Kehlen und Vorsprüngen, bei denen keine durchgehende Gerüstflucht möglich ist. Dort lässt die Norm ergänzend persönliche Schutzausrüstung zu, die an definierten Anschlagpunkten befestigt wird. Welche Punkte dafür geeignet sind, ergibt sich aus der Aufbau- und Verwendungsanleitung des Gerüstes, und wir berücksichtigen das bereits bei der Planung.
Prüfung, Freigabe und Verantwortung nach TRBS 2121
Ein Schutzgerüst wirkt erst, wenn es vollständig aufgebaut, geprüft und freigegeben ist. Vor der Nutzung nimmt eine befähigte Person die Konstruktion in Augenschein und kontrolliert ihre Funktion. Bauteile, die noch im Auf- oder Abbau sind, kennzeichnen und sperren wir, damit niemand sie versehentlich betritt. Kommt ergänzend persönliche Schutzausrüstung zum Einsatz, müssen die Anschlagpunkte oberhalb der arbeitenden Person liegen, bei längenorientierten Gerüsten mindestens einen Meter über deren Standfläche, und es braucht eine gesonderte Gefährdungsbeurteilung samt Rettungskonzept. Verwendet werden geprüfte Bauteile, und bei Abweichung von der Regelausführung weisen wir die Standsicherheit gesondert nach. So bleibt nachvollziehbar, dass die Sicherung nicht nur dasteht, sondern im Ernstfall auch trägt.
Dach sicher einrüsten lassen
Sie planen eine Dachsanierung, eine Neueindeckung oder die Montage einer Solaranlage und brauchen die passende Absturzsicherung? Wir sehen uns Dach und Traufhöhe vor Ort an, legen die richtige Lösung fest und erstellen ein transparentes Angebot.
Telefon: 0911 65 65 82 78
E-Mail: info@weigand-bau.com

Häufige Fragen zu Dachfanggerüsten und Absturzsicherung in Oberasbach
Wann ist ein Dachfanggerüst vorgeschrieben?
In der Regel bei geneigten Dächern zwischen etwa 22,5 und 60 Grad, wenn die Traufe mehr als drei Meter über dem Boden liegt und kein durchgehender Seitenschutz möglich ist. Den genauen Fall klären wir vorab am Objekt.
Reicht bei Dacharbeiten nicht einfach ein Sicherheitsgurt?
Nein, nicht ohne Weiteres. Die Rangfolge der Schutzmaßnahmen verlangt zuerst kollektive Lösungen wie das Dachfanggerüst. Persönliche Schutzausrüstung ist nur zulässig, wenn eine kollektive Sicherung baulich nicht möglich ist.
Brauche ich für eine Photovoltaikanlage ein Gerüst?
Sobald am Steildach über mehrere Stunden oder Tage gearbeitet wird und die Traufhöhe es verlangt, ist ein Dachfanggerüst die übliche und sichere Lösung. Es schützt die Monteure und den Bereich darunter.
Kann das Fassadengerüst zum Dachfanggerüst erweitert werden?
Ja. Wenn ohnehin ein Gerüst an der Fassade steht, ergänzen wir es an der Traufe mit Fanglage und Schutzwand, statt eine zweite Konstruktion zu stellen.
Wo stellt Weigand Dachfanggerüste?
Schwerpunkt ist Oberasbach mit allen Ortsteilen. Dazu kommen Cadolzburg, Langenzenn, Stein, Zirndorf, Nürnberg und Erlangen.
