

Einhausungen und Wetterschutzdächer
Zwei Gründe, eine Baustelle einzuhausen
Der erste ist das Wetter. Putz, Beschichtungen und Betonarbeiten brauchen Temperaturen über fünf Grad Celsius und trockene Flächen. Ohne Schutz steht die Baustelle von November bis März weitgehend still, und auch im Herbst kostet jeder Regentag Zeit. Ein Wetterschutzdach über der Arbeitsebene verlängert die Saison erheblich.
Der zweite ist die Umgebung. Beim Strahlen, Schleifen oder Abbrechen entstehen Staub und Partikel, die nicht auf Nachbargrundstücke, in Produktionsbereiche oder auf parkende Fahrzeuge gehören. Eine dichte Einhausung hält das zurück, und bei bestimmten Altbeschichtungen ist sie nicht Komfort, sondern Vorschrift.
Meist geht beides zusammen: Ein eingehaustes Gerüst schützt die Arbeit vor dem Wetter und die Umgebung vor der Arbeit.
Die Ausführungen im Überblick
Netze
Die leichteste Variante. Netze halten grobe Partikel und herabfallende Kleinteile zurück, lassen aber Wind und Wasser durch. Sie erhöhen die Windlast auf das Gerüst nur mäßig und sind deshalb einfach zu verankern. Für Staubschutz bei feinen Partikeln reichen sie nicht.
Planen
Planen schließen die Fläche dicht ab und schützen vor Regen und Wind. Der Haken liegt in der Windlast: Eine eingeplante Fassade wirkt wie ein Segel, und die Kräfte auf die Verankerung steigen um ein Vielfaches. Das muss von Anfang an eingerechnet sein, nachträgliches Einplanen eines bestehenden Gerüsts ist selten zulässig.
Wetterschutzdach
Über der Arbeitsebene wird eine Dachkonstruktion gespannt, meist als Bogen oder Satteldach mit Trägern und Plane. Sie hält Niederschlag ab, während die Seiten offen bleiben oder zusätzlich geschlossen werden. Gebraucht wird das vor allem bei Dachsanierungen, wenn die Eindeckung längere Zeit offen ist.
Vollständige Einhausung
Seiten und Dach werden geschlossen, bei Bedarf mit Zugangsschleusen und beheizter Luft. Das ist die aufwendigste Variante und kommt bei Strahlarbeiten, Korrosionsschutz an Stahlbauten und bei Winterbaustellen zum Einsatz. Die tragende Konstruktion dafür planen wir zusammen mit dem Industriegerüstbau.
Warum die Statik hier den Ausschlag gibt
Eine offene Gerüstkonstruktion lässt Wind hindurch. Sobald Planen dazukommen, entstehen Druck- und Sogkräfte auf der ganzen Fläche, die über die Verankerung ins Bauwerk müssen. Aus einem Anker alle vier Meter werden schnell doppelt so viele, und die Haltekräfte pro Anker steigen ebenfalls.
Deshalb prüfen wir bei jeder Einhausung die Verankerung neu, auch wenn das Gerüst bereits steht. Wir führen Auszugsversuche am Objekt durch, statt Tabellenwerte anzunehmen, denn in altem Ziegelmauerwerk mit weichen Fugen hält ein Dübel deutlich weniger als in Beton.
Bei Wetterschutzdächern kommt die Schneelast dazu. Eine Dachkonstruktion über einer Baustelle muss den Schnee eines Winters tragen können oder es muss geregelt sein, wer ihn räumt. Diesen Punkt klären wir schriftlich, bevor die Konstruktion steht.
Im Betrieb
Bei angekündigten Stürmen werden Planen geöffnet oder abgenommen. Das ist kein Versäumnis, sondern Teil des Konzepts, und es muss jemand vor Ort sein, der das umsetzt. Wir stimmen vorher ab, wer das übernimmt und wie kurzfristig wir anrücken.
Nach Sturmereignissen wird die Konstruktion erneut geprüft, bevor sie weiter genutzt wird. Bei beheizten Einhausungen gehören außerdem Brandschutz und Belüftung ins Konzept, besonders wenn lösemittelhaltige Beschichtungen verarbeitet werden. Die Brandschutzanforderungen im Einzelfall klärt der Betreiber mit seiner Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Einhausung anfragen
Sagen Sie uns, welche Arbeit geschützt werden soll, in welchem Zeitraum und wie die Umgebung aussieht. Danach planen wir Konstruktion und Verankerung. Für flächendeckende Arbeiten im Inneren gibt es außerdem Raumgerüste für Industriehallen.
Telefon: 0911 65 65 82 78
E-Mail: info@weigand-bau.com
Firma Weigand, St.-Lorenz-Str. 154, 90522 Oberasbach. Wir arbeiten im Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen und Umgebung.
Häufige Fragen
Kann ein bestehendes Gerüst nachträglich eingeplant werden?
Nur nach erneuter Prüfung der Verankerung, und häufig nicht ohne Nachrüstung. Die Windlast steigt so stark, dass die ursprüngliche Auslegung meist nicht mehr ausreicht.
Was kostet eine Einhausung?
Netze werden nach Fläche berechnet und sind vergleichsweise günstig. Planen kosten mehr, weil zusätzliche Verankerung nötig wird. Ein Wetterschutzdach ist eine eigene Konstruktion und liegt deutlich darüber. Belastbar wird es nach der Aufnahme vor Ort.
Lohnt sich eine Einhausung im Winter?
Wenn die Baustelle sonst mehrere Monate stillstünde, oft ja. Gegenzurechnen sind die Kosten für Konstruktion und Heizung gegen die Verzögerung. Bei Terminzwang ist es meist der günstigere Weg.
Wer räumt Schnee vom Wetterschutzdach?
Das gehört vorher schriftlich geregelt. Je nach Konstruktion und Vereinbarung übernehmen wir das oder der Bauherr. Ungeklärt ist dieser Punkt ein echtes Risiko.
Halten Planen Staub vollständig zurück?
Dichte Planen halten grobe und mittlere Partikel zuverlässig zurück. Für feinen Staub aus Strahlarbeiten braucht es eine geschlossene Einhausung mit Schleusen und Absaugung.
