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Sonderkonstruktionen und Spezialgerüste

Wenn das Systemgerüst an seine Grenze kommt


Systemgerüste decken den größten Teil aller Aufgaben ab. Sie enden dort, wo kein Platz für Stiele ist, wo etwas überbrückt werden muss oder wo die Konstruktion nicht von unten aufgebaut werden kann. Genau diese Fälle sind auf Industrieobjekten häufiger als am Wohnhaus.


Ein Vordach, eine Einfahrt, ein Gleis, ein Becken, eine auskragende Bauteilkante: überall dort steht kein Stiel. Dann wird gerechnet statt gestellt, und die Konstruktion entsteht als Einzelfall mit eigener Bemessung und eigener Aufbau- und Verwendungsanleitung.


Wir planen und bauen solche Konstruktionen im Großraum Nürnberg. Was wir dabei nicht übernehmen, ist die Beurteilung der Standsicherheit des Bauwerks, an dem verankert oder aufgelagert wird. Diese Bewertung kommt vom Tragwerksplaner.

Typische Sonderfälle


Überbrückungen

Über Einfahrten, Durchgängen und Verkehrswegen wird die Gerüstlast über Gitterträger auf beidseitige Stiele abgetragen. Der Durchgang bleibt frei, die Lasten wandern seitlich ab. Entscheidend sind Spannweite, Auflagerpunkte und die Lastannahme aus der darüberliegenden Fläche.


Auskragungen und Konsolen

Springt ein Bauteil vor oder muss die Arbeitsebene über die Gerüstflucht hinausreichen, kommen Konsolen zum Einsatz. Sie erzeugen ein Kippmoment, das über Verankerung oder Ballast aufgenommen werden muss. Wer Konsolen ohne diesen Nachweis anbaut, arbeitet auf einer Konstruktion, die rechnerisch nicht steht.


Hängegerüste

Wo von unten kein Aufbau möglich ist, etwa unter Brücken, über Becken oder in Schächten, wird die Arbeitsebene abgehängt. Diese Konstruktionen sind rechnerisch anspruchsvoll, weil die Aufhängepunkte im Bestand nachgewiesen sein müssen.


Anpassung an Anlagen

In Produktionsbereichen stehen Leitungen, Kranbahnen und Maschinen im Weg. Die Konstruktion wird darum herumgeführt, mit Aussparungen und versetzten Ebenen. Zusammen mit Raumgerüsten für Industriehallen ergibt das häufig eine Mischform aus Standardfeldern und Sonderteilen.

Wie eine Sonderkonstruktion entsteht


Am Anfang steht die Aufnahme vor Ort. Wir messen die Situation auf, dokumentieren Hindernisse, mögliche Auflagerpunkte und Verankerungsflächen und klären, welche Arbeiten darauf stattfinden sollen. Aus der Arbeit ergibt sich die Lastklasse, aus der Situation die Geometrie.


Danach folgt die Bemessung. Für Regelausführungen gelten die Systemzulassungen, für alles darüber hinaus wird ein Nachweis geführt. Ergebnis ist eine Ausführungszeichnung mit Aufbau- und Verwendungsanleitung, die auf der Baustelle liegt und nicht im Büro.


Verankerungen prüfen wir am Objekt durch Auszugsversuche. In Industriebauten trifft man auf sehr unterschiedliche Untergründe, von Beton über Porenbeton bis zu Sandwichelementen, und die Haltekräfte unterscheiden sich erheblich. Wo nicht verankert werden darf, arbeiten wir mit Ballast oder Abspannung.


Montage und Freigabe


Der Aufbau erfolgt nach der erstellten Anleitung, bei komplexen Konstruktionen abschnittsweise mit Zwischenkontrollen. Nach Fertigstellung prüft eine befähigte Person und gibt schriftlich frei. Welche Nachweise und Zuständigkeiten dabei dokumentiert werden, steht bei den Sicherheitskonzepten im Gerüstbau.

Sonderkonstruktion anfragen


Beschreiben Sie die Situation und die geplante Arbeit, gern mit Fotos und Maßen. Wir kommen zur Aufnahme und legen einen bemessenen Vorschlag vor. Alle weiteren Lösungen finden Sie bei den Industriegerüsten und beim Gerüstbau für Industrieanlagen.


Telefon: 0911 65 65 82 78

E-Mail: info@weigand-bau.com


Firma Weigand, St.-Lorenz-Str. 154, 90522 Oberasbach. Wir arbeiten im Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach und Umgebung.

Häufige Fragen


Was gilt als Sonderkonstruktion?

Alles, was von der Regelausführung des Systemherstellers abweicht. Dazu zählen Überbrückungen, Auskragungen über bestimmte Maße hinaus, Hängegerüste und Konstruktionen mit ungewöhnlichen Lastannahmen.


Braucht jede Sonderkonstruktion einen Standsicherheitsnachweis?

Sobald die Systemzulassung nicht mehr greift, ja. Der Nachweis gehört zur Leistung und liegt als Unterlage auf der Baustelle vor.


Wie lange dauert die Planung?

Nach der Aufnahme vor Ort meist einige Tage bis zwei Wochen, je nach Komplexität. Dieser Vorlauf sollte im Bauzeitenplan stehen, sonst wird er zum Engpass.


Können Sie an Sandwichelementen oder Porenbeton verankern?

Nur nach Auszugsversuch am Objekt. Die Haltekräfte liegen dort deutlich niedriger als in Beton, häufig arbeiten wir dann mit Ballast oder zusätzlichen Abspannungen.


Kann eine bestehende Konstruktion nachträglich erweitert werden?

Nur nach erneuter Prüfung. Jede Erweiterung ändert die Lastverteilung, deshalb wird die Konstruktion neu bewertet und anschließend erneut freigegeben.

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