

Traggerüste und Lastgerüste
Wenn das Gerüst nicht Arbeitsplatz, sondern Bauteil ist
Ein Arbeitsgerüst trägt Menschen und Werkzeug. Ein Traggerüst trägt Bauwerkslasten, meist eine Schalung mit frischem Beton, manchmal Bauteile während einer Umbauphase. Der Unterschied ist grundlegend, weil die Lasten um ein Vielfaches höher liegen und weil ein Versagen nicht zu einem Sturz führt, sondern zum Einsturz eines Bauteils.
Deshalb gelten hier andere Regeln. Traggerüste fallen unter DIN EN 12812, nicht unter die Norm für Arbeitsgerüste. Sie werden gerechnet, nicht nach Erfahrungswerten gestellt, und die Ausführungsunterlagen gehören zur Leistung dazu.
Wir bauen Traggerüste im Großraum Nürnberg für Betonbauteile, Umbauphasen und temporäre Unterstützungen. Was wir dabei nicht übernehmen, ist die Standsicherheitsberechnung des Bauwerks selbst. Die kommt vom Tragwerksplaner, wir setzen um, was daraus folgt.
Typische Einsatzfälle
Schalungsunterstützung
Der häufigste Fall. Eine Ortbetondecke oder ein Unterzug wird geschalt, und darunter steht das Traggerüst, bis der Beton seine Festigkeit erreicht hat. Entscheidend sind die Lastannahme aus Frischbeton, Schalung und Verkehrslast, dazu die zulässige Ausschalfrist. Ausgeschalt wird nach Freigabe, nicht nach Kalender.
Temporäre Abstützung im Bestand
Bei Umbauten müssen Decken oder Unterzüge abgefangen werden, während darunter eine Wand entfernt oder ein Sturz eingebaut wird. Solche Abfangungen planen wir nach den Vorgaben des Statikers und bauen sie so, dass die Lastabtragung bis auf einen tragfähigen Untergrund durchgeht.
Lastgerüste für Montagen
In Hallen und Industrieanlagen werden Bauteile, Leitungen oder Anlagenteile zwischengelagert oder während der Montage abgesetzt. Solche Konstruktionen sind keine Arbeitsgerüste, sondern belastbare Plattformen mit eigener Bemessung.
Wo Menschen darauf arbeiten sollen, kommt zusätzlich ein Arbeitsbereich dazu. Wie wir solche Kombinationen bauen, steht beim Industriegerüstbau.
Was vor der Montage geklärt wird
Am Anfang steht die Last. Wir brauchen die Angaben, was auf dem Gerüst steht, wie schwer es ist und wie sich die Last verteilt. Bei Schalungsunterstützungen kommen diese Werte aus der Schalungsplanung, bei Abfangungen vom Statiker. Ohne belastbare Zahlen gibt es kein Angebot.
Der zweite Punkt ist der Untergrund. Eine Hallensohle trägt anders als ein Kellerboden oder eine bereits fertige Geschossdecke. Reicht die Tragfähigkeit nicht, wird die Last über Lastverteilungsträger auf eine größere Fläche gebracht oder über mehrere Geschosse durchgestützt. Das muss vorher geklärt sein, nicht am Aufbautag.
Der dritte Punkt sind Aussteifung und Lagesicherung. Ein Traggerüst muss nicht nur senkrecht tragen, sondern auch waagerechte Kräfte aufnehmen, etwa aus Schrägstellung, Anprall oder unsymmetrischem Betoniervorgang. Diese Aussteifung ist der Teil, an dem auf Baustellen am häufigsten gespart wird.
Prüfung und Freigabe
Vor der Nutzung wird das Traggerüst geprüft und schriftlich freigegeben. Geprüft werden Ausrichtung, Aussteifung, Spindelauszüge, Auflagerpunkte und die Übereinstimmung mit den Ausführungsunterlagen. Erst danach darf betoniert oder belastet werden.
Während der Nutzung kontrollieren wir bei längeren Bauzuständen erneut, besonders nach Betoniervorgängen und nach Ereignissen wie Anprall durch Baumaschinen. Rückbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge und erst nach Freigabe durch den Verantwortlichen auf der Baustelle.
Traggerüst anfragen
Schicken Sie uns die Lastangaben, den geplanten Bauzustand und Angaben zum Untergrund. Daraus entsteht ein Vorschlag mit Bemessung und Montageplanung. Weitere Konstruktionen finden Sie bei den Industriegerüsten.
Telefon: 0911 65 65 82 78
E-Mail: info@weigand-bau.com
Firma Weigand, St.-Lorenz-Str. 154, 90522 Oberasbach. Wir arbeiten im Großraum Nürnberg, Fürth, Erlangen und Umgebung.
Häufige Fragen
Worin unterscheidet sich ein Traggerüst von einem Arbeitsgerüst?
Ein Arbeitsgerüst trägt Personen und Material für die Arbeit, ein Traggerüst trägt Bauwerkslasten. Die Bemessungsgrundlagen und die Normen sind unterschiedlich, ebenso die Prüfanforderungen.
Brauche ich für ein Traggerüst eine Statik?
In der Regel ja. Die Ausführungsunterlagen mit Lastannahmen und Nachweisen gehören dazu. Die Standsicherheit des Bauwerks selbst bewertet der Tragwerksplaner, wir setzen die daraus folgenden Vorgaben um.
Wie lange muss ein Traggerüst unter einer Decke stehen bleiben?
Bis der Beton die erforderliche Festigkeit erreicht hat. Der genaue Zeitpunkt ergibt sich aus Betonsorte, Temperatur und Bauteil und wird von der Bauleitung freigegeben, nicht nach Erfahrungswert entschieden.
Können Sie auch im Bestand abfangen?
Ja, nach den Vorgaben des Statikers. Wir bauen die Abfangung und dokumentieren die Ausführung. Die Bewertung, welche Lasten abzufangen sind, gehört zum Tragwerksplaner.
Wie schnell können Sie stellen?
Das hängt von der Planung ab. Liegen Lastangaben und Untergrundverhältnisse vor, ist die Montage meist zügig machbar. Ohne diese Angaben verzögert sich vor allem die Vorbereitung.
