

Altbau streichen und renovieren im Raum Oberasbach und Nürnberg
Alte Wände arbeiten anders
Ein Haus von 1930 verhält sich nicht wie ein Neubau. Der Putz ist mineralisch, die Wand nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab, es gibt keine Dampfsperre und meist auch keine Innendämmung. Wer darauf eine dichte Beschichtung setzt, unterbricht diesen Kreislauf. Dann bleibt Feuchte in der Wand, der Anstrich löst sich in Blasen und in kalten Ecken beginnt es zu schimmeln.
Wir arbeiten an Altbauten in Oberasbach, Unterasbach, Fürth, Nürnberg, Zirndorf, Cadolzburg und Langenzenn, von der Gründerzeitwohnung über Hofstellen in den alten Ortskernen bis zum Nachkriegsbau der fünfziger Jahre.
Erst den Untergrund lesen
Bevor eine Farbe ausgesucht wird, muss klar sein, worauf sie kommt. In Altbauten liegen oft mehrere Schichten übereinander: Kalkputz, darauf Leimfarbe, später eine Dispersion, dazwischen Tapete und Makulatur. Leimfarbe löst sich bei Nässe auf und trägt nichts, sie gehört vollständig herunter. Eine alte Dispersionsschicht auf mineralischem Putz wirkt wie ein Deckel und wird abgenommen, wenn diffusionsoffen weitergearbeitet werden soll.
Wir prüfen mit Wasser, ob der Untergrund saugt oder abweist, mit der Hand, ob er kreidet, und mit dem Klopfen, ob Putzflächen hohl liegen. Was hohl liegt, wird abgenommen und mit einem Mörtel neu aufgebaut, der zum Bestand passt. Ein harter Zementmörtel auf weichem Kalkputz reißt an den Rändern wieder auf, deshalb kommt in solchen Fällen ein Kalk- oder Kalkzementmörtel zum Einsatz.
Zeigen sich weiße, pelzige Ausblühungen im Sockelbereich, stecken Salze und Feuchtigkeit dahinter. Dort hilft kein Anstrich. Solche Flächen werden trockengelegt und mit einem Sanierputzsystem aufgebaut, das Salze einlagert. Ursachenklärung, Horizontalsperre und technische Trocknung gehören in die Hände der jeweiligen Fachbetriebe, die Oberflächen danach wieder zu uns.
Kalk, Silikat oder doch Dispersion
Kalkfarben im Innenraum
Kalkfarbe härtet durch Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft aus und verbindet sich mit dem mineralischen Untergrund. Sie ist stark alkalisch, was Schimmel den Nährboden entzieht, und sie ist so diffusionsoffen wie kaum etwas anderes. Das macht sie zur richtigen Wahl in Kellerräumen, Gewölben, alten Schlafzimmern und überall dort, wo Feuchte ein Thema ist.
Der Preis dafür ist Empfindlichkeit. Kalkfarbe kreidet leicht ab und verträgt keine Scheuerbeanspruchung. In einem Flur mit Kinderwagen und Fahrrädern ist sie fehl am Platz. Aufgetragen wird in mehreren dünnen Lagen, weil eine dicke Schicht reißt. Für stärker beanspruchte Räume gibt es vergütete Kalkfarben, die etwas mehr aushalten, ohne die Diffusionsoffenheit zu verlieren.
Silikatfarben innen und außen
Silikatfarben binden über Kaliwasserglas ab und verkieseln mit dem Untergrund, statt einen Film zu bilden. Reine Silikatfarben nach DIN 18363 Abschnitt 2.4.1 kommen ohne organische Bestandteile aus und brauchen zwingend einen mineralischen, tragfähigen Untergrund. Dispersionssilikatfarben nach derselben Norm dürfen bis zu fünf Prozent organische Anteile enthalten und haften dadurch auch dort, wo ein alter, fester Anstrich stehen bleiben soll.
An der Fassade halten Silikatanstriche den Farbton über Jahrzehnte, weil mineralische Pigmente kaum ausbleichen. Wichtig ist das Abdecken angrenzender Bauteile: Glas, Naturstein, Klinker und Aluminium reagieren empfindlich auf die alkalische Farbe. An Sandsteingewänden, wie sie in vielen fränkischen Altbauten sitzen, arbeiten wir deshalb mit besonderer Sorgfalt an den Anschlüssen.
Wann Dispersion trotzdem passt
Nicht jeder Altbau braucht ein mineralisches System. Wurde vor Jahrzehnten durchgehend mit Dispersion gearbeitet, der Putz ist trocken und es gibt keine Feuchteprobleme, spricht wenig dagegen, dabei zu bleiben. Ein Systemwechsel mit vollständigem Entfernen der Altschichten kostet Zeit und Geld, das an anderer Stelle sinnvoller angelegt ist. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, entscheiden wir nach der Untergrundprüfung und nicht nach Prinzip.
Fassade, Denkmalschutz und Gesimse
An der Straßenseite eines Altbaus steckt die Arbeit in den Details: Gesimse, Faschen, Fensterbänke, Sockel, Konsolen. Diese Profile werden von Hand gestrichen, und beschädigte Stellen müssen vorher im Profil ergänzt werden, damit die Linie durchläuft. Wo Regenwasser über Jahre an einer Fensterbank vorbeigelaufen ist, sitzt der Schaden meist tiefer als es von unten aussieht.
Steht das Gebäude unter Denkmalschutz oder liegt es in einem Ensemblebereich, sind Farbton und Beschichtungssystem nicht frei wählbar. Das wird vorab mit der unteren Denkmalschutzbehörde abgestimmt, in der Regel über den Landkreis oder die Stadt. Ein Wärmedämmverbundsystem ist auf solchen Fassaden meist ausgeschlossen, weil Gliederung und Putzstruktur verloren gingen. Für die Arbeiten am Bau stellen wir das Gerüst mit eigener Kolonne, sodass Anstrich und Gerüststellung zusammen geplant werden können.
Beratung für Ihren Altbau
Sagen Sie uns, um welches Gebäude es geht, wie alt es ist und was Sie stört. Wir sehen uns die Untergründe vor Ort an und schlagen ein System vor, das zur Bausubstanz passt.
Telefon: 0911 65 65 82 78
E-Mail: info@weigand-bau.com.

Häufige Fragen zum Altbau
Kann man Silikatfarbe einfach über alte Dispersion streichen?
Reine Silikatfarbe nicht. Dafür braucht es einen mineralischen Untergrund. Auf tragfähigen Altanstrichen setzen wir eine Dispersionssilikatfarbe oder ein Sol-Silikat ein, bei kreidenden Flächen zusätzlich ein Fixativ.
Warum blättert der Anstrich im Keller immer wieder ab?
Meist, weil eine dichte Beschichtung auf einer feuchten Wand liegt. Die Feuchte muss irgendwo hin und drückt die Schicht ab. Hier hilft nur, die Ursache zu klären und danach diffusionsoffen mit Kalk oder Silikat zu arbeiten.
Riecht Kalkfarbe oder ist sie für Allergiker geeignet?
Kalkfarbe kommt ohne Lösemittel und ohne Konservierungsmittel aus und ist geruchsarm. Sie ist deshalb in Schlafräumen beliebt. Beim Verarbeiten ist sie stark alkalisch, das betrifft aber nur uns und nicht die spätere Nutzung.
Muss die alte Tapete im Altbau immer runter?
Fast immer ja, weil darunter Leimfarbe oder lose Schichten liegen. Erst wenn der Untergrund frei ist, lässt sich beurteilen, was die Wand braucht.
Können auch Stuckdecken erhalten werden?
Ja. Profile und Rosetten werden freigelegt, ausgebessert und mit dünnen Anstrichen gestrichen, damit die Kanten scharf bleiben. Zugesetzte Stuckprofile lassen sich in vielen Fällen wieder öffnen, fehlende Stücke ziehen wir nach.
