

Planung und Konzeption von Wärmedämmverbundsystemen
Warum zwei Häuser selten dasselbe System bekommen
Ein freistehendes Eigenheim in Kreutles stellt andere Anforderungen als ein viergeschossiges Mehrfamilienhaus im Altenberger Zentrum aus den achtziger Jahren. Eine Vollziegelwand nimmt Kleber und Dübel anders auf als ein Betonbau, eine verschattete Nordseite verlangt eine andere Oberfläche als eine voll besonnte Südwand. Dazu kommt die Frage, ob Sie nur das gesetzliche Minimum erreichen oder die strengeren Werte für eine Förderung anpeilen. Ein Konzept, das diese Punkte nicht auseinanderhält, geht an der Realität vorbei. Deshalb planen wir jedes System einzeln statt nach Schema.
Die Entscheidungen, die im Konzept fallen
Dämmstoff und Dämmstärke
Am häufigsten kommt expandiertes Polystyrol zum Einsatz, kurz EPS. Es dämmt gut, ist günstig und leicht zu verarbeiten, muss aber wegen seines Brandverhaltens mit Mineralwolle ergänzt werden. Mineralwolle als Vollvariante ist nicht brennbar, diffusionsoffen und besser im Schallschutz, dafür teurer. Holzfaser wählt, wem die Ökobilanz wichtig ist. Wie dick gedämmt wird, hängt am Zielwert: Das Gebäudeenergiegesetz verlangt für die Außenwand einen U-Wert von höchstens 0,24, gemessen in Watt pro Quadratmeter und Kelvin, für eine Förderung muss er auf 0,20 oder besser sinken. In der Praxis landen wir meist zwischen zwölf und sechzehn Zentimeter. Im Sockel und im erdberührten Bereich planen wir feuchtigkeitsunempfindliche Platten ein, die dafür gesondert zugelassen sind.
Brandschutz nach Gebäudehöhe
Beim Brandschutz richtet sich alles nach der Höhe. Für ein Einfamilienhaus oder ein kleines Mehrfamilienhaus in den Gebäudeklassen eins bis drei ist EPS mit Flammschutz zugelassen. Sobald die Oberkante des obersten Geschossfensters etwa sieben Meter über dem Gelände liegt, kommen umlaufende Brandriegel aus Mineralwolle dazu, ein gut zwanzig Zentimeter hoher Streifen, der ein Übergreifen der Flammen unterbindet. Über Fenstern und im Sockelbereich sind eigene Maßnahmen nötig. Ab Hochhaushöhe, also über 22 Meter, fällt EPS ganz weg, dort ist nur nicht brennbarer Dämmstoff erlaubt. Für die meisten Wohnhäuser in Oberasbach läuft es auf EPS mit Brandriegeln oder gleich auf Mineralwolle hinaus. Diese Festlegung gehört ins Konzept, nicht auf die Baustelle.
Oberfläche, Putz und Farbe
Den Schluss bildet der Oberputz, und auch der ist eine Planungsfrage. Mineralische Putze, Silikat-, Silikonharz- und Kunstharzputze unterscheiden sich in Diffusionsverhalten, Verschmutzungsneigung und Pflege. Bei der Farbe gilt eine Regel, die viele unterschätzen: Der Hellbezugswert sollte 20 nicht unterschreiten. Ein dunkler Ton heizt die Fläche stark auf, das Material dehnt sich, und es drohen Spannungsrisse. Dunkle Farben gehen nur auf kleinen oder verschatteten Flächen und mit gesonderter Freigabe. An wetterzugewandten Nordseiten planen wir zudem einen vorbeugenden Schutz gegen Algen und Moos mit ein.
Vom Aufmaß bis zur Freigabe des Konzepts
Am Anfang stehen ein sauberes Aufmaß und die Daten zum Bestand. Darauf folgt die Festlegung auf ein konkretes, zugelassenes Herstellersystem, dessen Komponenten von der Dämmplatte bis zum Oberputz aufeinander abgestimmt sind. Im nächsten Schritt planen wir die Details, an denen es in der Praxis hakt: Fensteranschlüsse und Laibungen, die genaue Höhe der Sockellinie, den Abschluss an Attika und Dachrand sowie den Dübelplan, der die Standsicherheit nachweist. Bevor etwas bestellt wird, prüfen wir bauphysikalisch, dass kein Tauwasser in der Wand ausfällt. Sie erhalten ein nachvollziehbares Konzept und geben es frei, danach geht es nahtlos in die Ausführung, mit Gerüst und Montage aus demselben Haus. Wo eine förderfähige Bestätigung der Werte gebraucht wird, stimmen wir uns mit einem zugelassenen Energieeffizienz-Experten ab.
Geprüfte Systeme statt zusammengewürfelter Teile
Ein Wärmedämmverbundsystem ist nur dann zugelassen, wenn alle Schichten als geprüfte Einheit eines Herstellers verbaut werden. Die Grundlagen dafür stehen in der DIN 55699 sowie in den europäischen Spezifikationen für EPS- und Mineralwollesysteme, abgesichert über die bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik. Wer Kleber, Platte und Putz wild aus verschiedenen Quellen mischt, verliert genau diese Zulassung, und mit ihr den Brandschutznachweis. Wir planen ausschließlich entlang dieser Vorgaben und dokumentieren, welches System mit welchen Komponenten vorgesehen ist. Weil dieselben Leute planen, die später auch bauen, bleibt das Konzept umsetzbar und wandert nicht als Papierstapel zu einem fremden Trupp.
Konzept für Ihr Wärmedämmverbundsystem in Oberasbach
Wenn Sie wissen wollen, welches System zu Ihrer Fassade passt, sprechen wir das in Ruhe durch und erstellen ein belastbares Konzept, bevor das Gerüst steht. Für Häuser in Oberasbach ebenso wie in Zirndorf, Cadolzburg, Langenzenn, Stein, Fürth oder Erlangen.
Telefon: 0911 65 65 82 78
E-Mail: info@weigand-bau.com

Häufige Fragen zum WDVS-Konzept in Oberasbach
EPS oder Mineralwolle, was passt zu meinem Haus?
Bei einem niedrigen Eigenheim ist EPS oft die wirtschaftliche Wahl. Steigt die Gebäudehöhe oder legen Sie Wert auf nicht brennbares Material, besseren Schallschutz und ein diffusionsoffenes System, spricht vieles für Mineralwolle. Die Entscheidung treffen wir anhand Ihrer Wand und der Höhe, nicht pauschal.
Wie dick muss die Dämmung werden?
Das richtet sich nach dem Zielwert. Für die gesetzliche Vorgabe reichen häufig rund zwölf bis vierzehn Zentimeter, für die strengeren Förderwerte etwas mehr. Der genaue Aufbau ergibt sich aus dem Ausgangszustand der Wand und dem gewählten Dämmstoff.
Darf meine Fassade einen dunklen Farbton bekommen?
In Maßen ja. Solange der Hellbezugswert über 20 bleibt, ist die Farbwahl frei. Dunklere Töne sind nur auf kleinen oder verschatteten Flächen und mit einer Sonderfreigabe des Systemherstellers möglich, weil sich die Fläche sonst zu stark aufheizt.
Lässt sich ein altes WDVS noch einmal überdämmen?
In vielen Fällen ja. Ist das alte System standsicher, kann es aufgedoppelt werden, also mit einer zweiten Dämmlage überzogen werden. Ob das bei Ihnen geht, klären wir vorab, weil dabei eigene Regeln für Befestigung und Brandschutz gelten.
