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Risse in der Innenwand: harmlos oder ernst?

  • vor 22 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Im Neubau kommen sie fast immer, im Altbau nach Umbauten. Die Frage ist selten, ob man sie zuspachteln kann, sondern ob sie danach wiederkommen.


Drei Rissarten, drei Konsequenzen

Schwindrisse

Fein, oft netzartig, meist unter einem halben Millimeter breit, verteilt über die Fläche. Sie entstehen, wenn Putz oder Spachtelmasse beim Abbinden schwindet. Diese Risse sind harmlos, bewegen sich nicht weiter und lassen sich beim nächsten Anstrich mit einer gefüllten Grundierung oder feiner Spachtelung schließen.


Setzungsrisse im Neubau

Ein Neubau setzt sich in den ersten ein bis zwei Jahren. Typisch sind Risse an Materialübergängen, etwa wo Mauerwerk auf Beton trifft, und diagonal von Türecken weg. Sie sind normal und beruhigen sich, sobald die Setzung abgeschlossen ist. Wer zu früh saniert, hat den Riss ein Jahr später wieder.


Bewegungsrisse

Gerichtet, oft breiter als einen Millimeter, manchmal versetzt an den Rändern. Sie deuten auf anhaltende Bauteilbewegung hin, etwa durch Setzung des Baugrunds, veränderte Lastabtragung nach einem Durchbruch oder Verformung einer Decke. Hier ist Spachteln der falsche erste Schritt.


Wie man sie unterscheidet

Setzen Sie zwei Gipsmarken quer über den Riss, im Abstand von etwa zehn Zentimetern, und notieren Sie das Datum. Beobachten Sie sechs bis zwölf Wochen. Reißt die Marke, bewegt sich das Bauteil noch. Bleibt sie intakt, ist der Zustand stabil und der Riss kann geschlossen werden.


Ein zweiter Hinweis liegt im Verlauf. Risse, die genau einer Bauteilfuge folgen, sind meist harmlose Anschlussrisse. Risse, die quer durch Mauerwerk und Putz laufen und dabei die Richtung wechseln, kommen aus der Konstruktion.


Wenn eine Marke reißt oder ein Riss breiter als zwei Millimeter ist, gehört ein Statiker dazu. Wir sanieren Oberflächen, wir beurteilen keine Standsicherheit.


Was gegen Anschlussrisse hilft

Ein großer Teil der Innenrisse entsteht an Anschlüssen zwischen unterschiedlichen Baustoffen oder Bauteilen: Trockenbauwand an Massivwand, Deckenanschluss an Trennwand, Übergang zwischen altem und neuem Putz.


Diese Stellen bewegen sich saisonal, weil Materialien unterschiedlich arbeiten. Starres Verspachteln führt hier zwangsläufig zum nächsten Riss. Richtig ist entweder eine elastische Fuge, die die Bewegung aufnimmt, oder eine Bewehrung mit eingelegtem Gewebeband, die sie über eine größere Fläche verteilt.


Bei Trockenbaukonstruktionen entscheidet die Ausführung an genau diesen Punkten über das Ergebnis. Mehr dazu bei der Montage von Trockenbauwänden und Trennwänden und bei den Deckenabhängungen und Unterdecken.


Und wenn der Riss von außen kommt?

Manchmal setzt sich ein Fassadenriss nach innen fort. Dann ist die Innenwand nur die sichtbare Seite eines größeren Problems, und die Sanierung beginnt außen. Wie wir dabei vorgehen, steht bei der Risssanierung an der Fassade. Ein Hinweis darauf ist ein Riss, der an derselben Stelle innen und außen auftritt.


Ist der Zustand stabil und der Riss geschlossen, entscheidet die Oberflächenqualität über das Ergebnis. Bei Streiflicht an großen Fenstern lohnt eine höhere Spachtelstufe, mehr dazu bei den Spachtelarbeiten.


Häufige Fragen

Sind Risse im Neubau normal?

Feine Risse in den ersten ein bis zwei Jahren ja. Sie gehören zur Setzung und beruhigen sich. Breite oder versetzte Risse sind auch im Neubau ein Fall für den Statiker.


Wann soll ich sanieren lassen?

Erst wenn die Bewegung abgeschlossen ist. Bei Neubauten heißt das meist nach dem ersten oder zweiten Winter. Vorher ist die Arbeit umsonst.


Kann ich Risse selbst spachteln?

Feine Schwindrisse ja. Bei Anschlussrissen braucht es Gewebeband oder eine elastische Fuge, sonst reißt es an derselben Stelle wieder auf.


Ab welcher Breite wird es kritisch?

Ab etwa zwei Millimetern, bei Versatz an den Rändern und bei Rissen, die sich messbar weiterbewegen. Dann gehört ein Statiker dazu.


Risse beurteilen und beheben lassen

Wir schauen uns die Risse an, ordnen sie ein und sagen Ihnen, ob es sich lohnt zu warten. Ist der Zustand stabil, schließen wir sie fachgerecht und bauen die Oberfläche neu auf.


Telefon: 0911 65 65 82 78

E-Mail: info@weigand-bau.com

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