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Schimmel in der Zimmerecke: woher er kommt und was hilft

  • vor 22 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Fast immer trifft es dieselbe Stelle: die Ecke hinter dem Schrank, die Laibung am Fenster, der Übergang von Außenwand zur Decke. Und fast immer lautet der erste Verdacht, jemand habe zu wenig gelüftet. Das stimmt manchmal, oft aber nicht.


Warum Schimmel genau dort wächst

Schimmel braucht keine Nässe, ihm reicht Feuchtigkeit an einer kalten Oberfläche. Warme Raumluft nimmt viel Wasserdampf auf, kalte kaum. Trifft warme Luft auf eine kühle Wandfläche, kühlt sie ab und gibt Feuchtigkeit an die Oberfläche ab, lange bevor sich sichtbare Tropfen bilden. Ab etwa achtzig Prozent relativer Feuchte an der Oberfläche keimen Sporen.


Warum ausgerechnet die Ecke? Weil dort zwei Außenwände zusammenstoßen und mehr Fläche nach außen abgibt, als von innen nachgeheizt wird. Bauphysikalisch heißt das geometrische Wärmebrücke, und sie ist in jedem ungedämmten Altbau vorhanden. Steht dann noch ein Schrank davor, wird die Stelle noch kälter, weil keine Luft mehr zirkuliert.


Drei Ursachen, die man auseinanderhalten muss

Zu wenig Luftwechsel

Ein Vierpersonenhaushalt gibt am Tag mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab, durch Atmen, Duschen, Kochen, Wäschetrocknen. Nach dem Fenstertausch in einem Altbau fehlt der Weg nach draußen, den vorher die undichten Fenster geboten haben. Das ist der häufigste Fall, und er lässt sich mit Verhalten beheben.


Zu kalte Oberfläche

Hier hilft Lüften nur begrenzt, weil die Wand kalt bleibt. Typisch nach einem Fenstertausch ohne Dämmung, an ungedämmten Betonstürzen, an auskragenden Balkonplatten und an Heizkörpernischen. Die Lösung liegt im Bauteil, nicht im Nutzerverhalten.


Wasser von außen oder aus einer Leitung

Wenn ein Fleck ohne erkennbaren Bezug zur Raumnutzung wächst, sich warm oder auffällig dunkel anfühlt oder unten an der Wand beginnt, steckt meist eine andere Quelle dahinter: ein Riss in der Fassade, ein undichter Anschluss, eine defekte Leitung, aufsteigende Feuchte im Mauerwerk. Dann ist Schimmel nur das Symptom.


Wie man sie unterscheidet

Ein Hygrometer im Raum kostet wenig und zeigt viel. Liegt die relative Luftfeuchte dauerhaft über sechzig Prozent, ist Lüften ein Thema. Bleibt sie darunter und es schimmelt trotzdem, liegt es an der Oberflächentemperatur. Diese lässt sich mit einem Infrarotthermometer messen: Ist die Ecke fünf Grad kälter als die übrige Wandfläche, haben Sie die Erklärung.


Ein weiterer Hinweis liegt im Zeitverlauf. Schimmel, der jeden Winter wiederkommt und im Sommer verschwindet, ist ein Kondensationsproblem. Schimmel, der auch im Sommer wächst, deutet auf eine echte Feuchtequelle.


Was Sie selbst machen können und wo Schluss ist

Kleine Flächen unter einem halben Quadratmeter können Sie mit einem geeigneten Mittel behandeln, dabei Handschuhe und Maske tragen und den Raum gut lüften. Von Essig raten Fachleute ab, weil er organische Substanz zurücklässt, von der der Schimmel wieder lebt.


Größere Flächen, wiederkehrender Befall und Schimmel, der aus dem Untergrund kommt statt nur auf der Oberfläche zu sitzen, gehören in fachliche Hände. Dann wird der Belag nicht überstrichen, sondern der befallene Bereich entfernt, der Untergrund behandelt und mit geeigneten Systemen neu aufgebaut.


Was wir nicht übernehmen, ist die Ursachensuche an Leitungen. Leckortung und technische Trocknung gehören zu darauf spezialisierten Betrieben. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder großflächigem Befall gehört außerdem ein Sachverständiger dazu, der eine Beprobung veranlasst.


Was dauerhaft hilft

Bei einem reinen Lüftungsproblem hilft Querlüften mehrmals täglich für wenige Minuten statt gekippter Fenster. Möbel rücken zehn Zentimeter von der Außenwand ab, damit Luft zirkuliert.


Bei kalten Oberflächen führt langfristig nur eine bessere Dämmung zum Ziel. An der Fassade ist das die Fassadendämmung, wo das nicht möglich ist, kommt eine Innendämmung infrage, die allerdings sorgfältig geplant werden muss.


Ist der Befall bereits da, übernehmen wir die Schimmelsanierung und die anschließende Innenraumsanierung. Kommt die Feuchte von außen, gehört die Fassadensanierung dazu.


Häufige Fragen

Reicht Überstreichen mit Anti-Schimmel-Farbe?

Nur wenn die Ursache behoben ist. Sonst wächst der Schimmel unter der Farbe weiter und kommt nach wenigen Monaten zurück.


Ab welcher Größe soll ein Fachbetrieb ran?

Als Faustregel ab einem halben Quadratmeter, außerdem bei wiederkehrendem Befall, bei Schimmel im Schlafzimmer und immer, wenn Bewohner gesundheitlich vorbelastet sind.


Kann Dämmen Schimmel verursachen?

Fachgerecht ausgeführt nicht, im Gegenteil. Die Innenoberfläche wird wärmer und das Risiko sinkt. Probleme entstehen bei Wärmebrücken an Anschlüssen und bei unsachgemäßer Innendämmung.


Wer trägt die Kosten in einer Mietwohnung?

Das hängt von der Ursache ab und ist häufig strittig. Liegt es am Bauteil, ist der Vermieter zuständig, liegt es am Nutzerverhalten, der Mieter. Bei Streit gehört die Frage zu einem Fachanwalt.


Schimmel im Raum Nürnberg beseitigen lassen

Wir schauen uns die betroffene Stelle an, messen Oberflächentemperatur und Feuchte und sagen Ihnen, ob es am Bauteil oder an der Nutzung liegt. Danach beseitigen wir den Befall fachgerecht und bauen die Oberfläche neu auf.


Telefon: 0911 65 65 82 78

E-Mail: info@weigand-bau.com

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