

Fassadenprofile auf WDVS und Neubau: Faschen, Gesimse und Bossen nachrüsten
Gliederung für glatte und gedämmte Fassaden
Nach einer Dämmung sieht manches Haus aus wie in Folie gewickelt. Die Fensterumrandungen sind verschwunden, das Gurtgesims zwischen den Geschossen liegt unter zwölf oder sechzehn Zentimetern Dämmung, und die Wand wirkt flach. Bei Neubauten fehlt eine solche Gliederung oft von Anfang an. Fassadenprofile holen sie zurück.
Diese Seite dreht sich um neue Profile auf WDVS und auf modernen Putzfassaden. Wer historischen Stuck erhalten, ergänzen oder originalgetreu nachziehen möchte, findet das bei Fassadenstuck und Gesimse.
Welche Profile sich nachrüsten lassen
Faschen um Fenster und Türen
Eine Fasche ist ein flaches Band, das die Fensteröffnung rahmt. Sie ist das häufigste Profil auf gedämmten Fassaden, weil sie mit wenig Aufwand viel Wirkung hat und die Achsen des Hauses wieder lesbar macht. Oft reicht ein farblich abgesetzter Putzstreifen, wer mehr Tiefe will, setzt ein wenige Zentimeter vorspringendes Profil.
Putzfaschen ohne Vorsprung
Nicht jede Gliederung braucht ein Profil. Ein farbig abgesetzter Streifen im Oberputz, etwa in einer feineren Körnung oder einem helleren Ton, zeichnet Fenster und Geschosse ebenfalls nach. Diese Lösung ist günstiger, hat keine Oberseite, auf der Wasser stehen kann, und eignet sich gut für Häuser, die zurückhaltend bleiben sollen.
Gesimse und Gurtbänder
Ein waagerechtes Band zwischen Erdgeschoss und Obergeschoss oder unter der Traufe gliedert die Fassade in der Höhe. Auf dem WDVS ist ein Gesims mehr als Dekoration, denn jede Oberseite, auf der Wasser stehen kann, braucht Gefälle nach außen und eine saubere Abdeckung, sonst dringt Feuchte in die Dämmung.
Bossen, Eckquader und Sockelbetonung
Eckquader betonen die Hauskanten und geben einem schlichten Baukörper Gewicht. Am Sockel kann ein abgesetztes Profil den Übergang zum Spritzwasserbereich markieren. Beides funktioniert auf Putz und auf Dämmung, wenn Material und Befestigung zur Belastung passen.
Typische Häuser im Raum Nürnberg
Besonders viel bringen Profile an den Siedlungshäusern der fünfziger und sechziger Jahre, wie sie in Zirndorf, Stein und Oberasbach ganze Straßenzüge prägen. Sie hatten ursprünglich schlichte Putzfaschen und klare Fensterachsen, die nach einer Dämmung verloren gehen. Eine schmale Fasche stellt diesen Charakter mit wenig Aufwand wieder her.
Bei Mehrfamilienhäusern aus den siebziger Jahren geht es eher darum, lange, gleichförmige Fassaden zu gliedern, etwa mit einem Band über dem Erdgeschoss. In Neubaugebieten wünschen sich Bauherren dagegen oft einzelne Akzente, zum Beispiel eine Fasche nur um die Haustür oder einen dunkel abgesetzten Sockel.
Material und Befestigung auf dem Dämmsystem
Auf einem WDVS kommen in der Regel leichte Profile aus Hartschaum mit mineralischer Beschichtung zum Einsatz. Sie werden auf die Armierungsschicht geklebt und in den Oberputz eingebunden, sodass sie mit der Fassade eine Einheit bilden. Welche Profile und Kleber zulässig sind, legt der Hersteller des jeweiligen Dämmsystems fest. Wir halten uns an diese Vorgaben, weil sonst die Zulassung und die Gewährleistung für das gesamte System gefährdet sind.
Schwerere oder weit auskragende Elemente trägt die Dämmung nicht. Sie brauchen eine Verankerung durch die Dämmung hindurch im Mauerwerk. Wo die Ausladung groß oder die Last unklar ist, ziehen wir einen Tragwerksplaner hinzu, statt zu schätzen.
Bei höheren Gebäuden kommen Brandschutzanforderungen dazu, die auch für Profile gelten. Ob brennbare Hartschaumprofile zulässig sind oder nichtbrennbare Elemente nötig werden, klären wir vor der Bestellung.
Wasserführung und Farbe
Die meisten Schäden an Fassadenprofilen entstehen nicht durch Stöße, sondern durch Wasser. Jede waagerechte Oberseite wird mit Gefälle ausgeführt, an der Unterseite sorgt eine Tropfkante dafür, dass Regen abreißt statt an der Wand zurückzulaufen. Weit vorspringende Gesimse erhalten zusätzlich eine Abdeckung.
Beim Farbton gilt auf Dämmung eine Grenze, die viele nicht kennen. Sehr dunkle Farben heizen sich in der Sonne stark auf und belasten die Oberfläche. Deshalb schreiben die Systemhersteller einen Mindestwert für die Helligkeit vor. Kontrastprofile in Anthrazit auf weißem Putz sind möglich, brauchen aber eine dafür zugelassene Beschichtung.
Fassadenprofile für Ihr Haus planen
Am einfachsten ist es, Profile gleich mit der Dämmung zu planen, weil Gerüst und Oberputz dann ohnehin anfallen. Nachträglich geht es auch, dann wird im Bereich der Profile neu beschichtet. Wir kommen vorbei, besprechen mit Ihnen Gliederung und Farbe und legen ein Angebot mit Gerüst, Profilen und Beschichtung vor. Die Dämmung selbst beschreiben wir bei den Wärmedämmverbundsystemen.
Wer unsicher ist, wie ein Profil am eigenen Haus wirkt, sollte vorab eine kleine Musterfläche mit Profil und Farbton anlegen lassen. Wie das an Ihrer Fassade am besten geht, besprechen wir beim Termin vor Ort.
Telefon: 0911 65 65 82 78
E-Mail: info@weigand-bau.com

Häufige Fragen zu Fassadenprofilen
Lassen sich alte Gesimse beim Dämmen erhalten?
Manchmal ja, wenn die Dämmung um das Gesims herumgeführt wird. Oft liegt das Gesims danach aber zu tief in der Wand und verliert seine Wirkung. Dann ist es sinnvoller, es abzunehmen und auf der Dämmebene neu nachzubilden, damit Proportion und Wasserführung wieder stimmen.
Kann man Fassadenprofile auf ein bestehendes WDVS kleben?
Ja, wenn der Oberputz tragfähig ist und der Systemhersteller das Profil freigibt. Im Bereich der Profile wird die Oberfläche angeschliffen, das Profil eingebunden und anschließend neu beschichtet.
Halten Hartschaumprofile auf Dauer?
Mit mineralischer Beschichtung, sauberer Wasserführung und regelmäßigem Anstrich über viele Jahre. Schwachstellen sind fast immer waagerechte Oberseiten ohne Gefälle.
Sehen Hartschaumprofile billig aus?
Nicht, wenn Proportionen und Details stimmen. Entscheidend sind scharfe Kanten, geschlossene Stoßfugen und eine Beschichtung, die sich in der Struktur an den Oberputz anlehnt.
Was kostet eine Fasche um ein Fenster?
Der Preis hängt von Profilquerschnitt, Fenstergröße und Beschichtung ab und davon, ob das Gerüst ohnehin steht. Einen belastbaren Wert nennen wir nach dem Aufmaß, pro Fenster oder pro laufendem Meter.
Brauche ich für Fassadenprofile eine Genehmigung?
An einem normalen Wohnhaus meist nicht. In Gebieten mit Gestaltungssatzung oder bei Baudenkmälern kann die Gemeinde Vorgaben machen, das sollte vorher geklärt werden.
