Beste Jahreszeit für Fassadenarbeiten
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Nicht der Kalender entscheidet, sondern die Bedingungen
Luft und Untergrund sollten während der Verarbeitung und in der Trocknungsphase über fünf Grad Celsius liegen. Entscheidend ist die Temperatur der Wand, nicht die am Thermometer im Schatten. Eine Nordwand, die drei Wochen ausgekühlt ist, bleibt an einem milden Märztag kälter als die Luft davor.
Dazu kommt die Feuchtigkeit. Kühlt eine frisch beschichtete Fläche abends unter den Taupunkt ab, schlägt sich Wasser darauf nieder, was Flecken und Glanzunterschiede nach sich zieht. Und in praller Mittagssonne zieht Farbe zu schnell an, sodass Ansätze zwischen zwei Bahnen sichtbar bleiben. Gearbeitet wird deshalb der Sonne hinterher, immer auf der Seite, die gerade im Schatten liegt.

Frühjahr: früh gefragt, spät verlässlich
Im März und April sind die Kalender voll, weil alle gleichzeitig anrufen. Die Bedingungen sind zu dieser Zeit allerdings noch wechselhaft. In Mittelfranken kommen Nachtfröste bis in den Mai vor, die Eisheiligen Mitte Mai sind kein Aberglaube, sondern eine brauchbare Merkhilfe. Frischer Putz und frische Beschichtungen vertragen Frost nicht, solange sie nicht durchgebunden haben.
Dazu kommt ein Punkt, an den kaum jemand denkt: Blütenstaub. Wer im Frühjahr eine helle Fassade streicht, während Birken und Gräser stäuben, kann später einen leicht gelblichen Film auf der noch nicht vollständig durchgetrockneten Fläche haben. Meist wäscht der erste kräftige Regen das ab, in Einzelfällen bleibt es sichtbar.
Ab Mitte Mai wird es gut. Die Wände sind durchgewärmt, die Nächte bleiben mild, und der Sommer liegt als Puffer davor.
Sommer: verlässlich, aber nicht mühelos
Juni bis August sind die stabilsten Monate. Lange Tage, warme Untergründe, kurze Trocknungszeiten. Wer eine große Fläche in einem Zug fertig haben will, ist hier richtig.
Zwei Einschränkungen gibt es trotzdem. Bei Hitze über dreißig Grad verlagert sich die Arbeit auf die frühen Stunden und die Schattenseiten, was den Ablauf streckt. Und Sommergewitter kommen schnell, weshalb wir bei angekündigten Zellen lieber eine Etappe kürzer planen. Netze und Planen am Gerüst helfen, sind aber kein Dach.
Für Putz und Wärmedämmverbundsysteme gilt zusätzlich: zu schnelle Trocknung ist genauso ungünstig wie zu langsame. Frischer Putz, der in der Mittagssonne austrocknet, bevor er abgebunden hat, wird nicht fest.
Spätsommer und Herbst: die unterschätzte Zeit
September und die erste Oktoberhälfte sind aus fachlicher Sicht oft die beste Zeit. Die Bausubstanz ist nach dem Sommer trocken, die Temperaturen liegen im angenehmen Bereich, die Sonne steht flacher und heizt die Flächen nicht mehr auf. Gleichzeitig sind die Kalender der Betriebe wieder etwas offener als im Frühjahr.
Was ab Oktober zunimmt, ist die Morgenfeuchte. Nebel im Rednitz- und Pegnitzgrund, Tau auf der Fassade bis in den späten Vormittag und früh einsetzende Abkühlung verkürzen das nutzbare Zeitfenster pro Tag. Bis etwa Mitte Oktober lässt sich in normalen Jahren gut arbeiten, danach wird jeder Termin zur Wetterfrage.
Winter: für Innenräume, nicht für die Fassade
Zwischen November und März ruhen Fassadenanstriche in aller Regel. Man kann eine Baustelle einhausen und beheizen, das kommt bei Terminzwang im Gewerbebau vor, für ein Einfamilienhaus steht der Aufwand aber in keinem Verhältnis.
Sinnvoll ist der Winter trotzdem. Innenarbeiten laufen unabhängig vom Wetter weiter, und für die Fassade ist es die Zeit der Vorbereitung. Besichtigung, Aufmaß und Angebot lassen sich in Ruhe erledigen, und wer im Januar oder Februar beauftragt, bekommt meist einen Termin gleich zu Saisonbeginn. In Eigentümergemeinschaften ist das ohnehin der praktikable Weg, weil zwischen Angebot und Beschluss Zeit vergeht.
Termin für Ihre Fassade abstimmen
Sie überlegen, wann Ihre Fassade an der Reihe ist? Wir sehen uns das Objekt an, prüfen den Untergrund und schlagen einen Zeitraum vor, der zum Zustand der Fassade und zu Ihrer Planung passt.
Telefon: 0911 65 65 82 78
E-Mail: info@weigand-bau.com.
Häufige Fragen zum richtigen Zeitpunkt
Ab welcher Temperatur kann gestrichen werden?
Luft und Wand sollten dauerhaft über fünf Grad Celsius liegen, mit steigender Tendenz und ohne Nachtfrost. Einzelne warme Tage im März reichen nicht, weil die Wand länger braucht als die Luft.
Wie viel Vorlauf muss ich einplanen?
Zwei bis vier Wochen zwischen Auftrag und Baubeginn, in der Hochsaison von April bis Juni eher mehr. Ein Fassadenanstrich am Einfamilienhaus dauert dann ein bis zwei Wochen, Regentage nicht mitgerechnet.
Was passiert, wenn es während der Arbeiten regnet?
Frisch beschichtete Flächen werden geschützt, danach wird pausiert. Die Standzeit des Gerüsts verlängert sich dadurch, zusätzliche Kosten entstehen Ihnen daraus nicht.
Ist ein Termin im Herbst günstiger?
Die Preise ändern sich nicht mit der Jahreszeit, die Terminlage schon. Im September und Anfang Oktober sind die Kalender offener als im Frühjahr.
Kann im Winter überhaupt nichts gemacht werden?
An der Fassade in der Regel nicht. Innenarbeiten, Treppenhäuser, Lackierungen und Trockenbau laufen dagegen das ganze Jahr über.




