top of page

Gipskarton oder Gipsfaserplatte: welche Platte wofür

17. Aug.
2 Min. Lesezeit

Beide heißen umgangssprachlich Rigips, obwohl das ein Markenname für nur eine der beiden ist. Der Unterschied liegt im Aufbau, und daraus folgt fast alles Weitere.


Der Aufbau

Gipskartonplatten bestehen aus einem Gipskern zwischen zwei Kartonlagen. Der Karton übernimmt die Zugkräfte, der Gips die Druckkräfte. Deshalb haben diese Platten eine klare Vorder- und Rückseite und definierte Kanten für die Verspachtelung.


Gipsfaserplatten bestehen aus Gips und eingemischten Zellulosefasern, homogen durch die ganze Dicke. Es gibt keine Kartonlage, keine Vorder- und keine Rückseite. Das macht sie schwerer, härter und in mehreren Punkten belastbarer.


Wo Gipskarton stark ist

Beim Preis und bei der Verarbeitung. Gipskarton ist deutlich günstiger, leichter zu tragen und lässt sich mit einem Messer anritzen und brechen. Für gerade Wände und Decken in Wohnräumen ist er der Standard, und es gibt ihn in allen Sonderausführungen, von imprägniert für Feuchträume über feuerhemmend bis zu biegsamen Platten für Rundungen.


Die Spachtelung ist durch die abgeflachten Kanten einfacher und ergibt bei sorgfältiger Arbeit sehr glatte Flächen.


Wo Gipsfaser gewinnt

Bei der Tragfähigkeit. In einer Gipsfaserplatte hält ein Dübel deutlich mehr aus, oft lassen sich leichte Lasten sogar direkt anschrauben. Wer Hängeschränke, Waschbecken oder einen Fernseher an die Wand bringen will, spart sich damit die Traverse im Ständerwerk, zumindest bei mittleren Lasten.


Beim Schallschutz bringt das höhere Flächengewicht messbar mehr, ein Grund, warum Gipsfaser bei Wohnungstrennwänden häufig zum Einsatz kommt. Und bei Feuchtigkeit ist sie unempfindlicher, weil kein Karton vorhanden ist, der aufquellen oder schimmeln könnte.


Der Preis dafür: höheres Gewicht, ein härteres Material, das gesägt statt gebrochen wird, und eine etwas aufwendigere Verarbeitung. Auch der Zuschnitt staubt stärker.


Die praktische Aufteilung

Gipskarton für normale Trennwände und Decken im Wohnbereich, für Dachschrägen und überall dort, wo Fläche zählt und keine besonderen Lasten hängen. Wie das aufgebaut wird, steht bei der Montage von Trockenbauwänden und Trennwänden.


Gipsfaser im Bad und in Feuchträumen, an Wänden mit Lasten, bei erhöhten Anforderungen an Schallschutz und im Keller. Im Spritzwasserbereich kommt in beiden Fällen zusätzlich eine Verbundabdichtung unter die Fliesen.


Häufig ist die Mischung die beste Lösung: Gipsfaser dort, wo etwas hängt oder Feuchte auftritt, Gipskarton in der übrigen Fläche. Das kostet wenig mehr und löst die eigentlichen Probleme.


Häufige Fragen

Was hält besser an der Wand?

Gipsfaser deutlich. Leichte bis mittlere Lasten halten dort mit passenden Dübeln, während Gipskarton bei allem über Bilderrahmen eine Verstärkung im Ständerwerk braucht.


Welche Platte im Bad?

Gipsfaser oder imprägnierter Gipskarton, im direkten Spritzwasserbereich beides nur mit Verbundabdichtung darunter.


Ist Gipsfaser viel teurer?

Im Material spürbar, in der Gesamtrechnung weniger, weil Verstärkungen im Ständerwerk entfallen können. Bei kompletten Wänden bleibt Gipskarton günstiger.


Kann man beide Platten kombinieren?

Ja, das ist sogar üblich. Gipsfaser dort, wo Lasten oder Feuchte auftreten, Gipskarton in der restlichen Fläche.


Trockenbau planen lassen

Sagen Sie uns, was an die Wand soll und wie der Raum genutzt wird, dann wählen wir die passende Platte. Alle Leistungen finden Sie beim Trockenbau.


Telefon: 0911 65 65 82 78

E-Mail: info@weigand-bau.com

bottom of page