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Reihenfolge der Gewerke bei einer Fassadensanierung

16. Aug.
3 Min. Lesezeit

Das Grundprinzip: von oben nach unten und von innen nach außen

Zwei Regeln tragen den Ablauf. Es wird von oben nach unten gearbeitet, weil jedes Gewerk den Bereich darunter wieder verschmutzt. Und alles, was in die Fassade eingreift oder sie durchdringt, muss fertig sein, bevor die Oberfläche entsteht. Jede Bohrung nach dem Schlussanstrich ist eine Ausbesserungsstelle, und die sieht man später.

Dazu kommt: Das Gerüst steht nur einmal. Alles, was Arbeitshöhe braucht, gehört in dieses Zeitfenster, also auch Dachrinnen, Außenleuchten, Satellitenanlagen, Fensterläden und Dachuntersichten.



Vor dem Gerüst

Am Anfang steht die Bestandsaufnahme: Putz, Altanstrich, Rissbilder, Hohllagen, Feuchte im Sockel, Zustand von Fenstern, Dachanschluss und Balkonen. Erst daraus ergibt sich, welche Gewerke gebraucht werden. Soll gedämmt werden, hat die Dämmstärke Folgen für Dachüberstand, Fensterbänke, Rollladenkästen und Türanschläge.

Erdarbeiten am Sockel gehören vor die Gerüststellung. Wird eine Perimeterdämmung eingebaut, muss aufgegraben sein, bevor das Gerüst darübersteht. Wer das umdreht, hat entweder ein Gerüst im Graben oder zwei Aufbauten.

Ebenfalls vorher zu klären sind Nachbarn und Genehmigungen. Steht das Gerüst über der Grundstücksgrenze oder auf öffentlichem Grund, braucht es eine Absprache oder eine Erlaubnis der Kommune. In Bayern regelt das Hammerschlags- und Leiterrecht nach Artikel 46b AGBGB, wann das Nachbargrundstück betreten werden darf.

Sobald das Gerüst steht

Zuerst das Dach. Rinnen, Fallrohre, Ortgangbleche und Anschlüsse werden gemacht, solange die Fassade roh ist. Wird gedämmt, muss der Dachüberstand geprüft werden. Ist er danach zu kurz, verlängert der Zimmerer die Sparren. Diese Entscheidung fällt vor dem Dämmen.

Dann die Fenster. Ein Fenstertausch gehört vor die Fassadenarbeiten, weil die Laibungen anschließend verputzt und die Anschlüsse abgedichtet werden. Bei einem Wärmedämmverbundsystem brauchen die neuen Fensterbänke ausreichend Überstand, sonst läuft Wasser hinter die Dämmung.

Danach die Elektroarbeiten an der Außenwand. Leuchten, Steckdosen, Klingelanlage, Kabel für die Wallbox, Halterungen für Markise und Antenne: Alles, was gebohrt oder verlegt wird, passiert vor dem Putz.

Für Photovoltaik und Balkonsanierung gilt dasselbe, beides gehört ins Gerüstfenster.

Die Fassadenarbeiten selbst

Jetzt erst beginnt der Teil, den die meisten mit Fassadensanierung meinen. Gereinigt wird zuerst, dann kommen schadhafte Putzflächen herunter, Risse werden instandgesetzt und Betonschäden an Stürzen oder Balkonplatten behandelt. Erst wenn diese Flächen ausgehärtet sind, folgt die Beschichtung oder das Dämmsystem.

Beim Wärmedämmverbundsystem zählt die Abfolge innerhalb des Gewerks: kleben, dübeln, Armierung mit Gewebe, Oberputz, Anstrich, jeweils mit Standzeit dazwischen. Wer hier drängt, bekommt Abzeichnungen der Plattenstöße im Oberputz, und die bleiben sichtbar.

Ans Ende gehören Sockel, Gesimse, Fensterläden, Holzverkleidungen und Geländeranstriche, weil sie andere Materialien und Trockenzeiten haben.

Beim Abbau und danach

Das Gerüst kommt weg, wenn alle beteiligten Gewerke fertig sind, nicht wenn der Maler fertig ist. Vorher lohnt ein gemeinsamer Rundgang, bei dem vom Gerüst aus geprüft wird, was von unten nicht sichtbar ist. Ein loses Blech oder eine unsaubere Kante am Dachanschluss fällt in dieser halben Stunde auf und kostet nichts mehr.

Erst danach folgen Terrasse, Wege, Einfassungen und Bepflanzung. Wer den Garten vor dem Gerüstabbau anlegt, bezahlt ihn zweimal.

Bei uns laufen Gerüst, Putz, Wärmedämmung, Betoninstandsetzung und Anstrich in einer Hand zusammen. Dach, Fenster, Spengler und Elektro liegen bei den jeweiligen Fachbetrieben, mit denen wir die Termine abstimmen.


Ablauf für Ihr Objekt planen

 

Sie planen eine Sanierung Ihrer Fassade und wollen die Reihenfolge im Vorfeld klären? Wir sehen uns das Objekt an, benennen die nötigen Gewerke und stellen einen Ablauf auf.


Telefon: 0911 65 65 82 78

Häufige Fragen zum Bauablauf

Was ist der häufigste Fehler in der Reihenfolge?

Der nach hinten geschobene Fenstertausch. Steht die Fassade fertig, wird sie für die Montage wieder aufgerissen. Kommen die Fenster nicht rechtzeitig, ist es besser, den Gesamttermin zu verschieben.

Muss das Dach wirklich vor der Fassade gemacht werden?

Ja. Wird das Dach nach dem Anstrich gemacht, laufen Späne, Mörtelreste und Regenwasser über die neue Fläche. Außerdem entscheidet der Dachüberstand mit über die mögliche Dämmstärke.

Wer koordiniert die Gewerke?

Bei privaten Bauherren meist der Eigentümer selbst, unterstützt vom ausführenden Betrieb. Bei größeren Objekten übernimmt das ein Architekt oder die Bauleitung. Wir stimmen unsere Termine in jedem Fall mit den anderen Firmen ab.

Wie lange steht das Gerüst bei einer kompletten Sanierung?

Je nach Umfang zwei bis sechs Wochen. Sind Dach, Fenster und Elektro beteiligt, wird es länger, weil zwischen den Gewerken Übergaben liegen.

Kann man einzelne Schritte weglassen, um Kosten zu sparen?

Manche ja, etwa Fensterläden oder Sockeldetails. An der Reihenfolge selbst lässt sich nichts sparen, dort kostet jede Abkürzung später mehr.

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