Styropor oder Mineralwolle beim WDVS: was an welche Fassade gehört
- vor 7 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Es sind die beiden Dämmstoffe, die bei Wärmedämmverbundsystemen fast alles abdecken. Rechnerisch dämmen sie ähnlich gut. Auseinander gehen sie beim Brandschutz, beim Preis und bei der Frage, was mit der Feuchtigkeit passiert.
EPS, umgangssprachlich Styropor
Expandiertes Polystyrol ist der meistverbaute Dämmstoff an deutschen Fassaden. Er ist leicht, einfach zu verarbeiten und deutlich günstiger als die Alternative, je nach Dicke etwa ein Drittel bis die Hälfte im Materialpreis. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei den üblichen grauen Platten sehr niedrig, wodurch schon geringere Dicken einen guten Dämmwert erreichen.
Er nimmt kaum Wasser auf, was an der Fassade von Vorteil ist. Als organischer Stoff ist er allerdings brennbar, eingestuft als normalentflammbar. Ab einer bestimmten Gebäudehöhe verlangt die Bauordnung deshalb Brandriegel aus Mineralwolle, üblicherweise umlaufend über den Fensteröffnungen.
Mineralwolle
Mineralwolle ist nicht brennbar und damit überall dort gesetzt, wo der Brandschutz es verlangt: bei Hochhäusern, bei bestimmten Gebäudeklassen, an Fluchtwegen und an Gebäuden mit besonderer Nutzung. Auch bei geringen Abständen zum Nachbargebäude wird sie oft gefordert.
Der zweite Vorteil liegt in der Diffusionsoffenheit. Mineralwolle lässt Wasserdampf durch, was auf Altbauwänden mit mineralischem Putz bauphysikalisch günstiger ist. Sie dämmt außerdem Schall spürbar besser, was an Hauptstraßen einen echten Unterschied macht.
Der Preis dafür ist das Gewicht. Mineralwolleplatten sind erheblich schwerer, brauchen mehr Dübel und eine sorgfältigere Verarbeitung. Sie sind druckempfindlicher und dürfen keinesfalls nass eingebaut werden, weil sie sonst ihre Dämmwirkung verlieren.
Die Entscheidung in der Praxis
Am Einfamilienhaus im Wohngebiet ist EPS in den allermeisten Fällen die wirtschaftliche Wahl, und Brandriegel lösen die Brandschutzfrage. Bei Mehrfamilienhäusern ab einer bestimmten Höhe, bei Sonderbauten und dort, wo eine Behörde es verlangt, führt kein Weg an Mineralwolle vorbei.
Bei alten Wänden mit mineralischem Putz und ohne Sperrschicht sprechen bauphysikalische Gründe für Mineralwolle, weil die Wand weiter austrocknen kann. An Straßen mit Verkehrslärm ist der Schallschutz oft das Argument, das den Ausschlag gibt.
Was in beiden Fällen gleich bleibt, ist die Bedeutung der Anschlüsse. Ein System versagt fast nie in der Fläche, sondern an Fensterbänken, Dachüberständen und Sockelübergängen. Wie der Aufbau im Einzelnen funktioniert, steht beim Wärmedämmverbundsystem, der Überblick über weitere Materialien im Vergleich der Dämmstoffe.
Häufige Fragen
Dämmt Mineralwolle besser als Styropor?
Bei gleicher Dicke praktisch gleich gut, graue EPS-Platten liegen sogar leicht vorn. Der Unterschied liegt nicht im Dämmwert, sondern bei Brandschutz, Schall und Diffusion.
Ist Styropor an der Fassade gefährlich?
Bei fachgerechter Ausführung mit den vorgeschriebenen Brandriegeln nicht. Die Anforderungen richten sich nach Gebäudeklasse und Höhe und werden von der Bauordnung geregelt.
Was ist teurer?
Mineralwolle, sowohl im Material als auch in der Montage, weil sie schwerer ist und mehr Befestigungsaufwand braucht. Der Unterschied liegt am Einfamilienhaus schnell im mittleren vierstelligen Bereich.
Welcher Dämmstoff für einen Altbau?
Häufig Mineralwolle, weil die Wand diffusionsoffen bleiben soll. Steht das Gebäude unter Denkmalschutz, scheidet außenliegende Dämmung an den Sichtseiten meist ganz aus.
Dämmung für Ihr Objekt planen
Wir prüfen den Untergrund, klären Brandschutzanforderungen und schlagen das passende System vor. Für Förderanträge und Nachweise brauchen Sie zusätzlich einen Energieeffizienz-Experten. Alle Leistungen finden Sie bei der Wärmedämmung.
Telefon: 0911 65 65 82 78
E-Mail: info@weigand-bau.com




