

Sturmschaden und Hagelschaden an der Fassade
Nach dem Unwetter entscheidet die Reihenfolge
Ein Hagelzug trifft nie ein Haus allein, sondern eine ganze Straße. Deshalb sind nach einem schweren Sommergewitter im Raum Oberasbach, Zirndorf und Fürth innerhalb von zwei Tagen alle Fachbetriebe verplant. Wer früh anruft, steht im Kalender, und wer wartet, bis der Gutachter da war, wartet danach noch einmal.
Was wir dabei machen und was nicht: Wir sichern die Fassade, dokumentieren den Schaden für Ihre Unterlagen, stellen das Gerüst für die Begutachtung und setzen Putz, Dämmung und Beschichtung anschließend instand. Über die Leistung entscheidet Ihre Versicherung, dafür ist der Sachverständige zuständig. Arbeiten am Dach selbst übernehmen wir nicht, dafür arbeiten wir mit Dachdeckern zusammen.
Was in den ersten Tagen wirklich zählt
Die Wohngebäudeversicherung leistet bei Sturm üblicherweise ab Windstärke acht, also ab etwa 63 Kilometern pro Stunde. Lag die Windstärke darunter oder lässt sie sich nicht belegen, wird es schwierig. Die Wetterdaten für Ihren Ort bekommen Sie beim Deutschen Wetterdienst, und wenn in der Nachbarschaft Bäume umgefallen sind, ist das ebenfalls ein Indiz, das sich fotografieren lässt.
Melden Sie den Schaden unverzüglich, am besten telefonisch und schriftlich. Fotografieren Sie vorher, und zwar mehr als Sie glauben zu brauchen: Gesamtansicht jeder betroffenen Gebäudeseite, dann die einzelnen Stellen, bei Hagel möglichst mit einem Maßstab daneben. Beschädigte Bauteile werfen Sie nicht weg, solange der Schaden nicht abgeschlossen ist.
Sie haben die Pflicht, den Schaden nicht größer werden zu lassen. Notsicherungen sind deshalb erlaubt und sogar gefordert, etwa eine Plane über eine offene Stelle oder das Absperren eines Bereichs, unter dem Putz herunterfällt. Endgültige Reparaturen warten dagegen auf die Freigabe, weil sonst die Grundlage für die Begutachtung verschwindet. Rechnungen für Notmaßnahmen und Fotos vom Zustand davor legen Sie zur Schadenanzeige.
Für Eigentümergemeinschaften kommt ein Schritt dazu, weil die Gemeinschaft Versicherungsnehmerin ist und der Verwalter die Anzeige macht. Wie die Sanierung danach beschlossen wird, steht bei der Fassadensanierung für Eigentümergemeinschaften.
Die Schadensbilder, die wir am häufigsten sehen
Hagelschlag am Wärmedämmverbundsystem
Bei einem gedämmten Haus sitzt der Schaden nicht in der Substanz, sondern in der Oberfläche, und genau das macht ihn tückisch. Hagelkörner hinterlassen Einschlagstellen im Oberputz, oft als kleine Krater oder als abgeplatzte Stellen, unter denen die Armierung sichtbar wird. Aus zehn Metern Entfernung fällt das kaum auf, im Streiflicht der Abendsonne dagegen sofort. Jede offene Stelle nimmt Wasser auf, das dann in die Dämmebene wandert, und ab da geht es nicht mehr um Optik. Wir prüfen die Fassade deshalb von oben nach unten am Gerüst und nicht vom Boden aus.
Abgelöster Putz und beschädigte Bekleidungen
Sturm greift dort an, wo schon vorher eine Schwachstelle war: an hohlliegenden Putzflächen, an Ortgang und Dachrand, an Gesimsen und an Bekleidungen aus Holz oder Blech. Löst sich eine Fläche, klingt der Bereich ringsum beim Abklopfen oft ebenfalls hohl, und dann ist die instandzusetzende Fläche größer als die sichtbar beschädigte. Das gehört in die Schadensaufnahme, sonst wird darüber später gestritten. Wie wir Putz instand setzen, steht bei der Putzsanierung und Rissinstandsetzung.
Wasser, das schon innen angekommen ist
Feuchte Flecken an der Innenseite der Außenwand, dunkle Ränder an Fensterlaibungen oder Blasen in der Tapete zeigen, dass Wasser den Weg nach innen gefunden hat. Hier muss zuerst die Hülle dicht sein, dann muss die Wand trocknen, und erst danach wird innen wieder aufgebaut. Wer sofort überstreicht, macht es zweimal. Der Ablauf dafür steht bei den Malerarbeiten nach Wasserschaden.
Drei Wege, ein hagelgeschädigtes WDVS instand zu setzen
Für gedämmte Fassaden gibt es je nach Schadensumfang drei Möglichkeiten, und sie unterscheiden sich im Preis erheblich. Erstens die Reparatur der einzelnen Einschlagstellen mit einem zum System passenden Oberputz. Das ist die günstigste Variante, sichtbare Flickstellen lassen sich dabei aber nicht vermeiden, weshalb sie eher an Nebenflächen als an der Straßenseite in Frage kommt.
Zweitens das Überarbeiten der Fläche: auf das bestehende System kommt ein Sanierunterputz mit Gewebeeinlage und darauf der neue Oberputz. Die Fassade sieht danach wieder aus wie neu, und die Dämmung bleibt, wo sie ist. Entscheidend ist dabei das Gewicht, weil die Verklebung der Dämmplatten nur begrenzt Zusatzlast verträgt. Der gesamte Aufbau darf 30 Kilogramm pro Quadratmeter nicht überschreiten, was die Wahl des Putzes bestimmt.
Drittens das Abtragen des beschädigten Oberputzes und bei Bedarf auch der Armierungsschicht bis auf die Dämmung, mit anschließendem Neuaufbau. Das ist der aufwendigste Weg und nötig, wenn die Armierung großflächig zerstört ist. Welcher Weg passt, entscheidet die Prüfung vor Ort, und wir halten das mit Fotos fest, damit Ihr Versicherer die Entscheidung nachvollziehen kann. Solange wir Produkte des ursprünglichen Systems oder dazu passende verwenden, bleibt die Instandsetzung im Rahmen der Zulassung. Für den Neuaufbau einer kompletten Fassade gibt es die Fassadendämmung.
Schaden melden und Termin bekommen
Rufen Sie an und schicken Sie uns die Fotos, die Sie schon haben. Wir sagen Ihnen, ob eine Notsicherung nötig ist, kommen zur Aufnahme und erstellen den Kostenvoranschlag in der Form, die Ihre Versicherung braucht. Das Gerüst für Begutachtung und Ausführung stellen wir selbst, dadurch hängt der Termin nicht an einer zweiten Firma.
Telefon: 0911 65 65 82 78
E-Mail: info@weigand-bau.com

Häufige Fragen nach Sturm und Hagel
Ab welcher Windstärke zahlt die Versicherung?
In der Wohngebäudeversicherung gilt üblicherweise Windstärke acht, also etwa 63 Kilometer pro Stunde. Welche Bedingungen für Ihren Vertrag gelten, steht in Ihren Unterlagen. Bei Hagel spielt die Windstärke keine Rolle, dort geht es um den Schlag selbst.
Darf ich vor dem Gutachter reparieren lassen?
Notsicherungen ja, die sind sogar Ihre Pflicht. Die endgültige Instandsetzung sollte auf die Freigabe warten, weil der Sachverständige den Zustand sehen muss. Fotografieren Sie vor jeder Maßnahme und behalten Sie die Belege der Notsicherung.
Kommen Sie kurzfristig zur Schadensaufnahme?
Wir versuchen es, sagen aber offen: nach einem großen Unwetter in der Region sind wir wie alle anderen voll. Notsicherungen gehen vor, danach arbeiten wir die Aufnahmen ab. Rufen Sie an, sobald Sie den Schaden gesehen haben, nicht erst nach dem Telefonat mit der Versicherung.
Muss bei Hagelschaden die ganze Dämmung erneuert werden?
In der Regel nicht. Betroffen ist meist nur die Putzschicht, manchmal zusätzlich die Armierung. Erst wenn die Dämmplatten durchfeuchtet oder durchschlagen sind, wird der Aufbau geöffnet. Was zutrifft, zeigt die Prüfung am Gerüst.
Bekomme ich einen Kostenvoranschlag für die Versicherung?
Ja, mit getrennten Positionen für Gerüst, Vorarbeiten, Instandsetzung und Beschichtung, jeweils mit Menge und Einheitspreis. Diese Form braucht der Versicherer, und sie macht später sichtbar, welche Position sich geändert hat, wenn beim Abklopfen mehr Fläche dazukommt.
