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Nach dem Brand: Ruß, Geruch und Oberflächen

Zwischen der Brandfreigabe und dem neuen Anstrich liegen Wochen


Nach einem Wohnungsbrand wollen die Betroffenen vor allem eines wissen: wann sieht es hier wieder normal aus. Die ehrliche Antwort lautet, dass zwischen der Freigabe durch die Feuerwehr und dem letzten Anstrich mehrere Gewerke liegen und dass wir das letzte davon sind. Wer zu früh streicht, streicht zweimal, und beim Brandschaden ist der zweite Anlauf teurer als bei jedem anderen Schaden.


Wir übernehmen Putz, Trockenbau und Oberflächen, wenn die Vorarbeit abgeschlossen ist, und arbeiten dabei mit den Betrieben zusammen, die Reinigung, Geruchsneutralisation und Trocknung machen. Die eigentliche Brandschadensanierung mit Rußentfernung und Gefahrstoffen ist ein Spezialgewerk mit eigener Ausrüstung und eigenen Vorschriften. Das machen wir nicht, und wer es Ihnen im gleichen Angebot mitverkauft, sollte nachweisen, dass er es darf.

Was passieren muss, bevor wir kommen


Zuerst gibt die Feuerwehr das Gebäude frei, offene Stellen werden notverschlossen und das Löschwasser abgeführt. Danach prüft ein Statiker, ob tragende Bauteile durch die Hitze gelitten haben. Parallel dokumentiert ein Sachverständiger den Schaden für die Versicherung, und das ist der Grund, warum in dieser Phase nichts weggeräumt werden darf, was noch als Nachweis dient.


Dann kommt der Schritt, den Laien unterschätzen: die Prüfung auf Schadstoffe. Brandrückstände enthalten je nach verbranntem Material polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Dioxine, bei Gebäuden aus der Zeit vor 1993 kommt Asbest in Dämmstoffen und Bauteilen dazu. Deshalb werden Materialproben genommen, und die Reinigung läuft nach den Regeln für Arbeiten in kontaminierten Bereichen, mit Schutzausrüstung und geordneter Entsorgung. Ruß mit dem Haushaltsschwamm abzuwischen ist keine Sparmaßnahme, sondern eine Gesundheitsgefahr.


Nach der Reinigung folgt die Geruchsbehandlung, üblicherweise über mehrere Tage, und danach die Trocknung des Löschwassers. Die dauert je nach Durchfeuchtung von einer bis zu acht Wochen, und sie ist der Grund für die meisten Verzögerungen im Zeitplan. Wie wir mit Restfeuchte umgehen, steht bei den Malerarbeiten nach Wasserschaden.

Warum Ruß nicht überstrichen werden kann


Ruß ist nicht Schmutz, sondern ein Gemisch aus feinen Partikeln und öligen Bestandteilen, und diese Bestandteile wandern. Auf eine verrußte Fläche aufgetragene Farbe wird nach Wochen gelblich oder braun, weil der Untergrund durchschlägt. Genauso verhält es sich mit dem Geruch: er sitzt nicht auf der Oberfläche, sondern in den Poren von Putz, Holz und Gipskarton, und eine normale Dispersionsfarbe hält ihn nicht zurück.


Deshalb arbeiten wir nach der Reinigung mit einem isolierenden Aufbau. Ein Sperrgrund verschließt die Poren und hält Rußbestandteile und Restgeruch zurück, darauf kommen die Deckschichten. Wo der Putz tief verrußt oder vom Löschwasser aufgeweicht ist, wird er abgetragen und neu aufgebaut, weil kein Anstrich einen verlorenen Untergrund rettet. Aufgequollene Gipskartonplatten kommen heraus und werden ersetzt, das ist kein Fall für Spachtel.


Am längsten hält sich der Geruch in Holz. Dachschrägen mit Holzverkleidung, Einbauschränke, Holztreppen und Balken sind die Stellen, an denen es nach Monaten noch wahrnehmbar wird, wenn es warm und feucht ist. Wir prüfen diese Bauteile gezielt und sagen, wenn ein Bauteil besser ersetzt als behandelt wird. Was beim Wiederaufbau innen zusammenkommt, steht bei der Innenraumsanierung und Renovierung.

Unser Teil beim Wiederaufbau


Wenn wir anfangen, ist der Raum sauber, trocken und geruchsfrei, und dann geht es in der üblichen Reihenfolge. Zuerst schließen wir Schlitze und Öffnungen, die Elektriker und Installateure hinterlassen haben, dann kommt der Trockenbau für ersetzte Wände, Decken und Schrägen, danach Putz und Spachtelarbeiten, und zum Schluss Anstrich und Lack. Wo Türen, Zargen und Geländer noch zu retten sind, arbeiten wir sie auf, statt sie zu ersetzen.


Praktisch wichtig ist die Reihenfolge mit dem Bodenbelag: wir arbeiten vor dem Boden, sonst wird über einem neuen Belag gespachtelt. Und wir arbeiten raumweise, wenn Teile der Wohnung wieder genutzt werden sollen, bevor alles fertig ist. Bei Mehrfamilienhäusern sind oft Nachbarwohnungen und das Treppenhaus mitbetroffen, weil Ruß über Schächte und Flure zieht. Das nehmen wir mit auf, weil es sonst später separat anfällt.


Nach einem Brand Kontakt aufnehmen


Rufen Sie an, sobald das Gebäude freigegeben ist, auch wenn der Zeitpunkt für unsere Arbeiten noch offen ist. Wir sehen uns die Räume an, sagen Ihnen, welche Gewerke vor uns dran sind, und bereiten das Angebot so vor, dass es zur Versicherung passt. Dann verlieren Sie später keine Wochen mit Terminsuche.


Telefon: 0911 65 65 82 78

E-Mail: info@weigand-bau.com

Häufige Fragen nach einem Brand


Kann man verrußte Wände einfach überstreichen?

Nein. Ohne fachgerechte Reinigung und einen isolierenden Sperrgrund schlagen Rußbestandteile durch und der Geruch bleibt. Nach wenigen Wochen zeichnen sich gelbliche Ränder ab, und dann muss die Fläche erneut gemacht werden, diesmal richtig.



Wann können Sie mit den Arbeiten anfangen?

Wenn Reinigung und Geruchsbehandlung abgeschlossen sind und die Restfeuchte im Rahmen liegt. Wir messen das vor dem Start selbst und verlassen uns nicht auf eine Terminzusage. Bis dahin können wir schon aufmaßen und das Angebot vorbereiten, damit danach keine Zeit verloren geht.



Geht der Brandgeruch wirklich vollständig weg?

In den meisten Fällen ja, wenn alle Schritte gemacht werden. Bleibt er, sitzt er fast immer in einem Bauteil, das nicht behandelt wurde, oft in Holz oder in einem Hohlraum hinter einer Verkleidung. Deshalb gehen wir vor dem Aufbau durch die Räume und öffnen im Zweifel, statt zu verschließen.



Muss der Putz herunter?

Nicht überall. Fester Putz mit oberflächlicher Verrußung wird gereinigt und isolierend beschichtet. Tief verrußter, vom Löschwasser aufgeweichter oder hohl klingender Putz wird abgetragen. Das entscheidet die Prüfung Raum für Raum, nicht eine Pauschale im Angebot. Die Arbeiten dazu stehen bei der Putzsanierung und Rissinstandsetzung.



Wie läuft das mit der Versicherung?

Die Wohngebäudeversicherung deckt Feuerschäden in der Regel ab, den Umfang legt der Sachverständige fest. Wir erstellen das Angebot mit getrennten Positionen je Raum und Leistung, wie es der Versicherer für die Prüfung braucht, und dokumentieren den Zustand vor Beginn mit Fotos. Über die Leistung selbst entscheidet Ihre Versicherung.

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