Reibeputz oder Rollputz: Unterschied, Optik und Aufwand
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Beide sind fertig angemischte Oberputze, beide geben der Wand Struktur. Der Unterschied liegt im Auftragsverfahren, und daraus folgen Optik, Haltbarkeit und Preis.
Reibeputz
Reibeputz enthält Körner in definierter Größe, üblich sind zwei bis drei Millimeter. Er wird mit der Kelle aufgezogen und exakt auf Kornstärke abgezogen, danach mit einem Reibebrett strukturiert. Wie man dabei reibt, entscheidet über das Ergebnis: kreisend ergibt die typische Wirbelstruktur, waagerecht oder senkrecht die gerichtete Rillenstruktur, oft Kratzputz genannt.
Die Schichtdicke ist mit zwei bis drei Millimetern vergleichsweise hoch, was Unebenheiten überdeckt und eine robuste Oberfläche ergibt. An der Fassade ist Reibeputz deshalb Standard.
Der Haken liegt in der Verarbeitung. Eine Fläche muss ohne Unterbrechung fertig strukturiert werden, sonst zeichnen sich Ansätze ab. An größeren Fassaden arbeiten deshalb mehrere Leute gleichzeitig Zug um Zug. Das ist der Punkt, an dem Eigenleistung meistens scheitert.
Rollputz
Rollputz ist feiner gekörnt und so eingestellt, dass er sich mit einer Strukturwalze auftragen lässt. Die Schichtdicke bleibt deutlich geringer, meist unter einem Millimeter. Verarbeiten kann ihn auch ein geübter Heimwerker, und Ansätze sind weniger kritisch.
Dafür deckt er Unebenheiten kaum ab und braucht einen gut vorbereiteten, gleichmäßigen Untergrund. Die Struktur wirkt feiner und gleichmäßiger, manche empfinden sie als etwas beliebig. Wegen der geringen Schichtdicke ist er mechanisch weniger belastbar.
Wo welcher hingehört
An der Fassade führt bei neuem Oberputz praktisch kein Weg an Reibeputz vorbei, allein wegen Schichtdicke und Witterungsbeständigkeit. Rollputz kommt außen nur bei kleineren Flächen und untergeordneten Bauteilen infrage.
Im Innenraum ist das Bild offener. Rollputz eignet sich gut für Wohnräume, in denen eine leichte Struktur gewünscht ist, ohne dass die Wand grob wirkt. Reibeputz innen wirkt kräftiger und wird eher in Fluren, Treppenhäusern und Gewerberäumen eingesetzt, wo die Fläche etwas aushalten muss.
Welche Putzarten es darüber hinaus gibt und worin sie sich unterscheiden, steht im Vergleich der Putzarten. Für die Ausführung außen ist Außenputz und Fassade verputzen der passende Einstieg, innen Innenputz und Wände verputzen.
Das Bindemittel nicht vergessen
Reibeputz und Rollputz gibt es auf mineralischer, silikatischer und kunstharzgebundener Basis. Diese Wahl ist wichtiger als die Struktur, weil sie über Diffusionsfähigkeit und Verträglichkeit mit dem Untergrund entscheidet. Auf historischem Kalkputz gehört kein Kunstharzputz, so fein die Struktur auch aussieht.
Häufige Fragen
Kann ich Rollputz an die Fassade bringen?
Nur eingeschränkt. Die geringe Schichtdicke hält der Bewitterung schlechter stand, außen ist Reibeputz die verlässlichere Wahl.
Welcher ist günstiger?
Rollputz im Material und in der Arbeitszeit, besonders bei Eigenleistung. Über die Standzeit gerechnet dreht sich das an beanspruchten Flächen um.
Kann man auf alten Putz neu auftragen?
Wenn der Altputz fest und tragfähig ist, ja, meist mit einer Grundierung dazwischen. Hohl liegende Bereiche müssen vorher abgenommen werden.
Warum sieht meine Wand fleckig aus?
Meist wegen Ansätzen, wenn eine Fläche nicht in einem Zug fertig strukturiert wurde, oder wegen unterschiedlich saugendem Untergrund ohne Grundierung.
Putzarbeiten anfragen
Wir prüfen den Untergrund und schlagen Struktur und Bindemittel passend dazu vor. Alle Leistungen finden Sie bei den Stuckarbeiten und bei den Putzarbeiten im Innen- und Außenbereich.
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